Im boomenden Online-Markt hatten auf der CeBIT 1995 noch viele Anbieter auf eigene Standards gesetzt, die mit dem Internet konkurrierten. Viele dieser proprietären Dienste scheiterten jedoch. Das Verlagshaus Burda versenkte Millionenbeträge mit "Europe Online" zusammen mit AT&T Interchange, Apple Computer versuchte vergeblich, "eWorld" aufzubauen, und IBM konnte mit seinem OS/2-Onlinedienst ebenfalls keine Alternative zum Internet etablieren. Und auch die Deutsche Telekom tat sich bei der Wandlung des alten Btx-Systems über die Zwischenstufe "Datex J" hin zu T-Online noch sehr schwer.
Mehr Glück hatte Bertelsmann: Dank der Spürnase von Thomas Middelhoff konnte der damalige Bertelsmann-Chef Mark Wössner für 50 Millionen Dollar eine Fünf-Prozent-Beteiligung an America Online (AOL) kaufen, die später 2,2 Milliarden Euro in die Kassen von Bertelsmann spülte.
Zu den Gewinnern der CeBIT 1995 gehörte auch die Deutsche Messe AG. Mit einem Rekord von 750.000 Gästen platzte sie buchstäblich aus allen Nähten. Doch etliche Aussteller beschwerten sich über die überfüllten Hallen. Daher versuchte die Messegesellschaft von 1996 an, die Privatkunden auf eine eigene "CeBIT Home" im Herbst zu locken, um den Profibesuchern auf der eigentlichen CeBIT im Frühjahr wieder Luft zum Atmen zu verschaffen. Doch schon im Mai 2000 verabschiedete sich die Messegesellschaft von diesem Konzept, da zu wenige Besucher zur "kleinen CeBIT-Schwester" nach Leipzig kommen wollten.
Vorherige Seite
Seite 3 von 3
Nächste Seite




