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Bedienung von Soft- und Hardware soll einfacher werden

07.03.2008 | 14:04 Uhr |

Während viele Handy-Hersteller ihre Geräte mit immer mehr Funktionen ausstatten, setzt bei Hard- und Software-Produzenten im PC-Bereich ein Umdenken ein. Bei fast allen Gesprächen auf der Messe wurde ein Punkt besonders hervorgehoben: Soft- und Hardware soll sich künftig leichter bedienen lassen - ohne die Funktionsvielfalt zu mindern.

Erfahrene PC-Anwender haben bei der Bedienung neuer Programme oder Hardware in der Regel keine Probleme. Im Grunde sind Applikationen immer ähnlich aufgebaut, Detailänderungen fallen höchstens in der Menüstruktur oder bei einzelnen Funktionen auf. Weniger erfahrene Nutzer stehen jedoch schnell auf dem Schlauch - sie sind schlicht überfordert von der Funktionsvielfalt der Produkte, geben auf oder stellen diese im schlimmsten Fall (Antivirus-Programm, Firewall, etc.) falsch ein, was schnell gefährlich werden kann.

Bislang wurden auf Messen wie der CeBIT bei neu vorgestellten Anwendungen in erster Linie zusätzliche Funktionen hervorgehoben, für Otto-Normalanwender bedeutete dies aber im Umkehrschluss, dass alles noch komplizierter werden wird. Mittlerweile setzt bei den Herstellern aber ein Umdenken ein. Viele Gespräche auf der CeBIT drehten sich um das Thema "Vereinfachung der Bedienung". Hard- und Software sollen also so konzipiert werden. dass sich Anwender nicht mehr unbedingt mit kryptischen Befehlen, POP-Einstellungen oder Port-Freigaben herumschlagen müssen.

Beispiele aus dem Hardware-Bereich gibt es bereits einige. Vodafone etwa will dafür sorgen, dass Mail-fähige Handys künftig mit nur einem Klick für den mobilen Empfang elektronischer Post konfigurieren lassen. Der Anbieter ist der Ansicht, dass in der Hauptsache das komplizierte Einstellen von Mobiltelefonen für Mails der Grund dafür ist, dass so wenig Anwender diese Funktion mit ihrem Handy nutzen.

Auch bei Routern oder sonstiger Internet-Hardware steht Bequemlichkeit im Vordergrund. Bereits jetzt müssen einige Modelle für die Installation lediglich mit Strom versorgt werden, alles andere erledigt die Hardware autonom.

Und auch im Bereich Software soll der Spagat zwischen Funktionsvielfalt und Einfachheit in der Bedienung geschafft werden. Hier sind unter anderem Antiviren-Hersteller zu nennen. Avira hat beispielsweise die Bedienoberfläche von Antivir 8 gründlich entrümpelt und will vor allem Einsteigern das Anwenden der Software vereinfachen. Erfahrene Nutzer werden allerdings weiterhin die Möglichkeit haben, tiefer in die Details abzutauchen.

Gerade im Bereich Sicherheits-Software müssen die Hersteller jedoch aufpassen, das Ganze nicht zu übertreiben. Denn wenn Anwender die Möglichkeit haben, mit einem Klick ihr System abzusichern, wird diese auch von der Vielzahl der Nutzer in Anspruch genommen. Dann muss aber auch dafür gesorgt sein, dass auch wirklich das letzte Schlupfloch für Malware gestopft ist und sonstige Anwendungen in ihrer Funktion nicht eingeschränkt werden.

Grundsätzlich ist es aber zu begrüßen, wenn sich in Sachen Bedienung von Software etwas tut und auch Einsteiger mit auf den ersten Blick relativ komplizierten Programmen zurecht kommen. Denn bislang schrecken viele Nutzer vor komplizierten Tools zurück, die ihre Sicherheit jedoch um einiges erhöhen würden. Könnte man diese Nutzer dazu bringen, nun doch eine Antivirus-Lösung einzusetzen, wäre letztlich allen geholfen: Den anderen Anwendern, der eigenen Sicherheit und den Unternehmen, die sich über zusätzliche Kunden freuen dürfen.

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