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CeBIT-Halbzeit: Industrie zufrieden

Die Aussteller zeigten sich mit dem Verlauf der CeBIT zufrieden. Von einem "echten Schub" für die IT-Industrie sprach der Branchen-Verband Bitkom.

Zur Halbzeit der CeBIT sieht die High-Tech-Industrie ihren Aufwärtstrend bestätigt. Die weltgrößte Computermesse gebe der Branche einen "echten Schub", sagte Bitkom-Vizepräsident Heinz-Paul Bonn am Sonntag in Hannover. Es zeichneten sich wieder höhere Investitionen der Unternehmen in Informationstechnik ab. An den ersten drei Tagen zählte die Messe mehr als 200.000 Besucher, in etwa so viel wie im Vorjahr. Die CeBIT mit rund 6200 Ausstellern aus mehr als 70 Ländern dauert noch bis Mittwoch.

Der Branchenverband Bitkom erwartet im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 2,4 Prozent für die Informationstechnik und Telekommunikation (ITK), auf dann rund 137 Milliarden Euro. Für 2007 wird allerdings mit einem niedrigeren Plus von 2 Prozent gerechnet. Die weit verästelte Branche hatte erst im vergangenen Jahr eine Durststrecke mit mehreren mageren Jahren hinter sich gelassen und war um 2,4 Prozent gewachsen.

Bonn begrüßte es, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen nationalen "IT-Gipfel" plant, um die Innovationskraft Deutschlands zu stärken. Merkel hatte bei der CeBIT-Eröffnung zudem ein milliardenschweres Programm zur Förderung von Zukunftstechnologien angekündigt.

Messe-Vorstandsmitglied Ernst Raue sagte, die CeBIT 2006 sei geprägt vom Thema Konvergenz - also dem Zusammenwachsen von klassischer Computerindustrie und Unterhaltungselektronik. Sei die CeBIT früher eine Technikmesse gewesen, stünden heute Anwendungen und Lösungen im Vordergrund.

Schwerpunkte der CeBIT sind etwa die neue Funktechnik RFID, digitale Unterhaltung, schnelles Breitband-Internet, Telefonieren übers Internet sowie Verkehrstelematik. Die Besucher in den Messehallen interessierten sich vor allem für die Stände der großen Konzerne mit großen Fernsehbildschirmen und anderer Unterhaltungselektronik.

Rund ein Drittel der CeBIT-Besucher in den ersten drei Tagen kam nach Messe-Darstellung aus dem Ausland. Nach einem Einbruch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sei die Zahl der Besucher aus den USA wieder deutlich gestiegen, sagte Raue. Insgesamt erwartet die Messe zwischen 400.000 und 500.000 CeBIT-Besucher. 2005 waren es rund 480.000.

Zur neuen Sonderschau "digital living", die parallel zur CeBIT in Halle 27 stattfindet und auf der Unterhaltungselektronik herstellerübergreifend gezeigt wird, kamen bisher rund 50 000 Besucher. Raue trat Kritik entgegen, die Schau sei zu einer "Spielemesse" geraten. Im übrigen seien Spiele eine wichtige Anwendung und Technologietreiber. Vom nächsten Jahr an werde die "digital living" wahrscheinlich in die CeBIT integriert.

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