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Chips, Gates und Messebabes - die Geschichte der CeBIT

Montag den 24.02.2014 um 13:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

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© CeBIT
Wie kam die CeBIT zu ihrem Namen und seit wann gibt es die IT-Messe überhaupt? Wir werfen für Sie einen Blick zurück auf die Anfänge und die Entwicklung der CeBIT und der PC-Industrie. Ganz nach dem Motto: Chips, Gates und Messebabes - letztere mit Galerie!
Vom 10. bis 14. März 2014 steht Hannover wieder im Mittelpunkt der IT-Welt. Auf der größten Computermesse des Jahres lassen die Hersteller die Muskeln spielen und zeigen uns, was die Zukunft mit sich bringt.

Seit Mitte der 1980er-Jahre trifft sich die IT-Branche in der niedersächsischen Hauptstadt auf der CeBIT. Die Messe hat glanzvolle Höhepunkte erlebt, zum Beispiel während des Internet-Hypes Ende der 90er Jahre. Sie muss sich aber auch in Krisenzeiten mit stagnierenden oder rückläufigen Verkaufszahlen, Unternehmensfusionen oder dem Verschwinden ganzer Firmen bewähren. Zuletzt ist es um die CeBIT und auf den CeBIT-Ständen ruhiger geworden, die CeBIT entwickelt sich immer mehr weg von einer Consumer-Messe hin zu einem Business-Messe. Im Consumer-Bereich macht die boomende IFA in Berlin der CeBIT dagegen schwer zu schaffen. Auch die Tatsache, dass nahezu alle wichtigen Firmen ihre Neuvorstellungen auf der CES oder auf dem MWC zeigen und es somit auf der CeBIT keine Neuvorstellungen mehr gibt, schmälert die Attraktivität der CeBIT.

CeBIT 2014: Erste Messe ohne Endanwender

Die CeBIT 2014 ist die erste CeBIT, zu der nur noch Fach-Publikum Zutritt hat. Endanwender beziehungsweise Privatkunden bleiben außen vor. Das spürt man in den Hallen und im Freigelände: Es ist überall sehr ruhig, kein Gedränge, keine Menschenmassen, kaum Lärm. Bei der Anfahrt gibt es zudem kaum Staus, der Verkehr fließ völlig entspannt (obwohl die Hannoveraner Polizei auch dieses Jahr wieder spezielle Absperrmaßnahmen morgens hin zur CeBIT und abends von ihr weg eingeleitet hat. Die Hannoveraner Taxi-Fahrer spotten über diese mittlerweile unnötigen Absperrmaßnahmen und bezeichnen sie als "Nostalgie-Sperrung" - in Erinnerung an die Zeiten, als der Verkehr rund um die CeBIT wegen der Menschenmassen zusammenbrach).

Die Umwandlung der CeBIT von einer schrillen und lauten Riesen-IT-Messe hin zu einer Business-Messe ist also zumindest äußerlich vollzogen. Ob die Messe damit auf der Dauer erfolgreich und populär bleibt, muss sich noch zeigen. Jedenfalls war der Satz "Wie finden Sie dieses Jahr die CeBIT?" eine der meistgestellten Fragen, die wir zu hören bekamen.

Trotzdem sind ab und zu noch Jugendliche und Kids zu sehen (die um das Jahr 2000 das Erscheinungsbild der Messe noch dominierten). Die bekannten Messe-Babes gibt es dagegen nur noch im Resellerbereich in der Halle 15. Um dort hinein zu gelangen, benötigt man eine spezielle Berechtigung, das normale CeBIT-Ticket reicht dafür nicht aus.

Zwischen den Messe-Hallen pendeln wie gehabt VW-Busse als Presse-Taxis für "fußkranke" Journalisten. Doch die Kleinbusse bekommen dieses Jahr ökologisch korrekte Konkurrenz - durch eine Flotte von VW e-ups, also strombetriebene Kleinstwagen von VW.

Ungeachtet aller Veränderungen blieb eines unverändert: Die Hotels verlangen für Übernachtungen während der CeBIT einen saftigen Aufpreis. In unserem Fall stieg der Preis für ein Zimmer um das 3,5-fache.

Aber immerhin gibt es die CeBIT noch - im Unterschied zu eingestellten IT-Messen wie der Systems in München. Und nach wie vor tummelt sich zahlreiche Prominenz auf der CeBIT.

CeBIT 2011, 2012 und 2013

Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Tradition auf der CeBIT. Das galt auch 2014, als sie mit dem englischen Premierminister David Cameron durch die Messehallen zog.

Im Jahr 2012 verdarb Apple den CeBIT-Organisatoren aber gründlich den Spaß. Weil das Unternehmen während der CeBIT 2012 sein neues iPad 3 vorgestellt hat. Und kein Mensch sich dann noch für die Messe in Hannover interessierte. Auch 2013 kämpft die CeBIT mit etwas nachlassendem Interesse. Einige Unternehmen, die in der Vergangenheit mit eigenen Ständen vor Ort vertreten waren, verzichten dieses Jahr auf einen eigenen Messestand und treffen sich stattdessen in Cafeterien oder im Planet ´mit potenziellen Kunden und Journalisten. In einigen Telefongesprächen beklagten sich mehrere Aussteller über die nach wie vor horrenden Standpreise auf der Messe und über die teuren Hotelzimmer. Diese Entwicklung setzt sich auch 2014 fort. Immer mehr bekannte Namen fehlen, stattdessen rückt der MWC in Barcelona in den Fokus.

Grund genug für uns also, einen Blick zurück auf die Anfänge und die Entwicklung der CeBIT und der PC-Industrie zu werfen, ganz nach dem Motto: Chips, Gates und Messebabes (mit Galerie).

Die Anfänge der CeBIT

Als eigenständige Messe gibt es die CeBIT seit dem 12. März 1986. Bis es soweit war, musste sich die IT-Industrie am Messestandort Hannover aber erst hocharbeiten und gegen die "klassischen" Industriezweige durchsetzen.

Ende der 50er Jahre war die damals noch als "Büroindustrie" bezeichnete IT- und Telekommunikations-Branche immerhin schon auf den dritten Platz aller auf der "Hannover Messe Industrie" ausstellenden Industriezweige vorgerückt. Trotzdem beherrschten noch mechanische Schreibmaschinen den Büroalltag und der Kampf mit Tipp-Ex und Korrekturband prägte den Umgang mit der Korrespondenz.

Der jährlichen Industrietreff auf der Hannover Messe gab für die aufstrebende Elekronik-Industrie die passende Bühne die Neuvorstellung technischer Highlights ab.

Heinz Nixdorf

So präsentierte Heinz Nixdorf, einer der Pioniere der deutschen Datenverarbeitungs-Branche, 1965 in Hannover erstmals seinen Universalrechner 820. Der in der Programmiersprache Cobol frei programmierbare Kleincomputer bedeutete den Durchbruch für Nixdorf.

Nixdorf 820/20

Der Nixdorf 820 war für den Einsatz in Klein- und Mittelbetrieben konzipiert. Er arbeitete mit Magnetkernspeicher, die Dateneingabe erfolgt über die integrierte Tastatur, die Datenausgabe über eine Schreibmaschine.

Die CeBIT kommt zu ihrem Namen

1970 errichtete die Deutsche Messe AG am Eingang Nord des Messegeländes die Halle 1 für die wachsende Datenverarbeitungs-Industrie. Der Baukomplex beherbergte eine Garage im Tiefgeschoss mit Parkplätzen für rund 2000 Aussteller, eine Bruttoausstellungsfläche von 70.300 Quadratmetern im Erdgeschoss und eine Dachebene mit 750 kleinen Fertighäusern. Er wurde 1984 als "weltgrößte ebenerdige Messehalle" ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen.

Zeitgleich mit der neuen Halle erhielt der Ausstellungsschwerpunkt Büroindustrie einen neuen Namen: "CeBIT - Centrum der Büro- und Informationstechnik". Das heutige geläufige Kürzel CeBIT setzte sich im Ausstellerbeirat aber nur knapp gegen die Bezeichnung "CeBOT - Centrum für Büro- und Organisationstechnik" durch.

Ausschlaggebend war wie so oft ein Bit - die zweite Silbe BIT in CeBIT sollte zugleich für die kleinste und wichtigste Einheit eines Computers stehen. Das überzeugte den Ausstellerbeirat. Denn mit dem Siegeszug der Personal Computer seit den 70er Jahren drehten sich besonders in den 80er Jahren die meisten Gespräche auf der Messe um Bits und Bytes.

Montag den 24.02.2014 um 13:31 Uhr

von Hans-Christian Dirscherl

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (18)
  • deoroller 14:49 | 11.03.2013

    Bei den "Messebabes" hat sich jetzt nichts geändert.


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  • ohmotzky 19:31 | 04.03.2013

    Zitat: chipchap
    Ja, sicher doch.

    Es gibt auch welche die täglich darauf reinfallen.

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  • chipchap 19:24 | 04.03.2013

    Zitat: ohmotzky
    Sagte ich doch schon........

    Ja, sicher doch.

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  • ohmotzky 19:22 | 04.03.2013

    Sagte ich doch schon........

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  • chipchap 18:32 | 04.03.2013

    Zitat: ohmotzky
    ... Traurig nur das bei den News hier täglich der 1. April ist......
    Bei manchen ist eben immer 1. April.

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