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Greenpeace weist auf Elektroschrott-Problem hin

06.03.2008 | 09:12 Uhr |

Greenpeace nutzt die CeBIT in Hannover, um auf das wachsende Problem mit Elektroschrott hinzuweisen.

Jährlich fallen bis zu 50 Millionen Tonnen Elektronik-Schrott an und nur ein geringer Teil wandert in offizielle Recycling-Anlagen. Darauf macht die Umweltschutzorganisation Greenpeace derzeit auf der CeBIT aufmerksam. Trotz der in der EU geltenden strengen Umweltschutz-Bestimmungen läge die Recycling-Quote bei nur 25 Prozent und es sei nur schwer nachverfolgbar, wohin der Rest des gefährlichen Schrotts wandere, der durch Elektronikgeräte entstehe.

Laut Angaben von Greenpeace wird ein Teil des Elektroschrotts in Entwicklungs- und Schwellenländer exportiert, wo es auf Müllhalden lande und dort von den Menschen - oft Kinder - ausgeschlachtet werde, um die Wertstoffe herauszuholen.

"In Indien oder Afrika werden zum Beispiel Platinen von Menschen über das Feuer gehalten, um Metalle herauszuschmelzen. Dabei werden unvorstellbare Mengen an Giften freigesetzt", so Greenpeace-Expertin Ulrike Kallee.

Dabei ist der Umgang mit dem Elektroschrott gefährlich, denn er enthält giftige Stoffe, wie beispielsweise Blei, Quecksilber und Cadmium. Hinzu kommen bromierte Flammschutzmittel oder der Kunstoff PVC, der Dioxin ausstößt.

Laut Angaben von Kallee behaupte die Industrie immer, dass sie nicht ganz auf gesundheitsschädigende Stoffe verzichten könne. "Andererseits fehlten in den von uns analysierten Geräten verschiedener Hersteller unterschiedliche Substanzen. Das heißt, dass es jetzt schon möglich ist, deutlich umweltfreundlichere Elektronik herzustellen", so Kallee.

Greenpeace fordert die Hersteller auf, weltweit die Verantwortung für das Recycling der von ihnen gefertigten Geräte zu übernehmen. Gelobt werden die Fortschritte in der Industrie, immer weniger Umweltgifte zu verwenden. Allerdings: "einen komplett 'grünen' Computer haben wir bisher noch nicht gesehen", sagte Kallee.

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