Casino statt Pillen

Spam-Volumen steigt wieder an

Mittwoch, 07.09.2011 | 14:47 von Frank Ziemann
Ansteigenden Tendenz bei Spam
Vergrößern Ansteigenden Tendenz bei Spam
© eleven
Das nach dem Abklemmen des Rustock-Botnetzes eingebrochene Spam-Aufkommen scheint sich so langsam davon zu erholen. Im August zeigt der Trend wieder leicht nach oben. Casino-Spam liegt deutlich vor Potenzpillen-Versand.
Der Anteil der Spam-Mails am gesamten Mail-Aufkommen hat im August bereits an einigen Tagen wieder die 90-Prozent-Marke erreicht. Nachdem im März auf Betreiben von Microsoft und anderen die Kommando-Server des Rustock-Botnetzes abgeklemmt worden waren, brach das Spam-Aufkommen stark ein und hat sich bis heute nicht wieder erholt.

Besonders Spam-Mails, die für unseriöse Medikamentenversender werben, sind seit Mitte März nicht wieder auf dem vorherigen Niveau angelangt. Ihren Platz hat Casino-Spam eingenommen, zumindest teilweise. Der Berliner Sicherheitsdienstleister eleven verzeichnet inzwischen einen Trend nach oben. Wiederum sind es Wellen von Casino-Spam, die für den Anstieg verantwortlich sind.

Spam-Anteil im August
Vergrößern Spam-Anteil im August
© eleven

Bereits kurz nach der Rustock-Abschaltung haben Online-Kriminelle wieder damit begonnen, Malware per Mail zu verbreiten. Zu den schon länger bekannten Maschen zählen Mails, die vorgeblich von Xerox-Kopiergeräten stammen und eingescannte Kopien enthalten sollen. Die Malware-Spammer versuchen auf diesem Wege ihre Botnetz-Kapazität wieder zu erhöhen. Die heftigen Spam-Wellen der letzten Wochen könnten ein Hinweis darauf sein, dass dies erfolgreich war.

Da auch weiterhin Malware-Spam zu verzeichnen ist und das Spam-Volumen längst noch nicht das frühere Niveau erreicht hat, werkeln die Botnetz-Betreiber wohl weiterhin am Ausbau ihrer Ressourcen. Der Kampf gegen Spam ist noch lange nicht gewonnen. Schwächster Punkt bleiben die unzureichend geschützten Rechner der Endanwender, auf denen eingeschleuste Botnetz-Malware installiert ist und wird.

Mittwoch, 07.09.2011 | 14:47 von Frank Ziemann
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