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Devil May Cry 4 im Test

20.02.2008 | 16:48 Uhr |

Capcoms Kultserie geht in die vierte Runde. Diesmal allerdings mit einem neuen Hauptcharakter. Wir haben den Titel für Xbox 360 und Playstation 3 getestet und verraten Ihnen, ob die Untoten-Jagd hält, was sie verspricht.

Für viele Spielefans ist "Devil May Cry" von Capcom eine der coolsten Spiele-Serien der Welt. Dies lag in erster Linie an dem Protagonisten Dante, dem Hauptcharakter der ersten drei Teile. Im vierten Teil übernehmen Sie die Rolle von Nero. Dieser sieht Dante zum Verwechseln ähnlich und ist mit einem mit einem überdimensionierten Schwert, durchschlagenden Argumenten in Form einer kaum kleineren Pistole und Kenntnissen in diversen Kampftechniken ausgerüstet.

Zur Story: Nero ist ein Ritter vom Orden des Schwerts. Bei einer Versammlung wird der Anführer des Ordens von keinem geringeren als Dante getötet. Ironischerweise verehrt der Orden des Schwerts Sparda, der Dantes Vater ist. Was folgt, ist eine actiongeladene Dämonenjagd, Verschwörungen und mehr. Auch ohne die Verstrickungen der Vorgänger zu kennen, findet man sich in DMC4 schnell zurecht, allerdings schadet es nicht, sich ein wenig mit den ersten Teilen auseinanderzusetzen, um der Story komplett folgen zu können.

Das Spiel selbst bietet neben den reinen Action-Elementen auch ein paar Rätseleinlagen, die allerdings nicht sonderlich schwierig und schnell zu meistern sind. Das Hauptaugenmerk liegt bei DMC4 auf dem Action-Part und den hat Capcom sehr gut hinbekommen. So treffen Sie im Verlauf der Story auf eine Vielzahl unterschiedlicher Dämonen, manche sind weniger, andere mehr gefährlich. Als echter Dämonenjäger haben Sie natürlich einige schlagkräftige Argumente zur Hand, die Ihnen bei der Beseitigung der Unholde unter die Arme greifen.

Dazu gehören ein gewaltiges Schwert, eine doppelläufige Pistole sowie Handarbeit in Form seines Unterarms, in dem sich offenbar ein Dämon eingenistet hat. Mit Hilfe dieser "dämonisierten" Hand holen Sie entfernte Gegner nah zu sich heran oder vollziehen Finishing-Moves, bei denen selbst Wrestlern die Haare zu Kopf stehen würden.

Auf dem Weg durch die Level gilt es - neben der Beseitigung der Dämonen und dem Lösen von Rätseln - auch, die Umgebung möglichst genau unter die Lupe zu nehmen beziehungsweise zu zerstören. Denn auf diese Weise sammeln Sie Punkte (in Form roter Blutblasen) und Lebensenergie ein. Die Punkte können Sie an bestimmten Stellen dafür einsetzen, um Gegenstände wie Heilkristalle zu kaufen.

DMC4 bietet insgesamt 20 Missionen, für jede davon benötigen Sie maximal 30 Minuten. Zwischen den Missionen ist das Speichern erlaubt. Je nachdem, wie schnell Sie den Level absolviert haben und wie viele Punkte Sie gesammelt haben, gibt es mehr oder weniger Bonus-Punkte in Form von Seelen, die Sie analog zu den Punkten dafür einsetzen können, neue Techniken zu erlernen oder Waffen aufzurüsten. In die Auswertung der Level fließt auch der Kampfstil ein, mit dem Sie sich der Untoten entledigt haben. Dabei gilt: Je unterschiedlicher die angewendeten Techniken, desto besser. Zwischen den Leveln treiben hochwertige Zwischensequenzen die Story weiter voran.

Die Kämpfe selbst gehen nach kurzer Eingewöhnung äußerst flüssig von der Hand, lediglich die Kameraposition, die sich nicht an jeder Stelle manuell justieren lässt, ist manchmal etwas unglücklich gewählt. Bei der Grafik gibt es zwischen der Version für Xbox 360 und Playstation 3 keine wahrnehmbaren Unterschiede, auch inhaltlich sind beide Fassungen identisch. Allerdings müssen Playstation-3-Nutzer vor dem ersten Spiel eine 25-minütige Installationsroutine für DMC4 über sich ergehen lassen, während der rund 5 GB an Daten auf die Konsole geschrieben werden. Capcom begründet dies mit schnelleren Ladezeiten, doch auch auf der Xbox 360 sind die Ladezeiten nicht unangenehm lang ausgefallen.

Für Abwechslung sorgen neben der Story kleine Zusatzmissionen, die meist über versteckte oder schwer zu erreichende Orte aufgerufen werden. Dort müssen Sie beispielsweise innerhalb eines Zeitfensters alle Monster töten, oder sich kampflos nur der Verteidigung widmen. Die Grafik weiß zu überzeugen, der Sound ist klasse, im Grunde gibt es nur Nichtigkeiten zu bemängeln. Einzig die Darstellung der weiblichen Protagonisten ist zuweilen etwas infantil geraten. Da wippt und wogt es, dass die Kodensatoren glühen und Kamerafahrten über die "herausragendsten" Eigenschaften der Damen wirken zuweilen kindisch und aufgesetzt.

Fazit: Devil May Cry 4 ist ein erstklassiges Action-Spiel, das mit einer interessanten Story zu überzeugen weiß. Die einzelnen Missionen sind lang genug für die kleine Monsterhatz zwischendurch, bieten aber genügend Suchtpotenzial, um den Spieler mehrere Stunden vor dem Bildschirm zu fesseln. Dazu tragen auch die Zwischensequenzen und nicht zuletzt eine Reihe von Bossgegnern bei, die bezwungen werden möchten. Für Langzeitmotivation sorgen die Möglichkeit, die Level jederzeit mit einem (wirklich) leichten Schwierigkeitsgrad sowie mit einer härteren Version durchzuspielen und das Punktesystem nach Abschluss eines Levels. Und es dauert eine Zeit, bis alle Level perfekt abgeschlossen sind.

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