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Ubuntu-Linux kommt auf Tablets

13.06.2010 | 15:56 Uhr |

Canonical, Anbieter der Linux-Distribution Ubuntu, hat den Tablet-Markt im Visier. Dabei setzt das Unternehmen nicht zuletzt auf ein einfaches, für die tastaturlosen Touch-Geräte optimiertes User-Iterface (UI), berichtet die Network World. Laut Chris Kenyon, Canonical VP für OEM Services, werden die ersten Geräte mit dem Tablet-Ubuntu wohl Ende des ersten Quartals 2011 auf den Markt kommen.

Damit drängt Canonical mit seiner Distribution in einen Markt, wo neben Apples iPad und Windows auch ernst zunehmende Konkurrenz aus dem Linux-Lager droht. Dazu zählen beispielsweise Googles Android und Chrome OS sowie die Plattform MeeGo von Intel und Nokia.

Schon bisher hatte Canonical eine Ubuntu-Version für Netbooks im Angebot, doch Kenyon zufolge hat das Unternehmen deutlich umfassendere Ambitionen als nur den Mini-Notebook-Markt. Das unterstreicht schon die Auswahl der Partner für das Tablet-Projekt. Denn während die Ubuntu Netbook Edition auf Geräte mit x86-Prozessoren abzielt, hat Canonical nun Deals mit Freescale, Texas Instruments und Marvell. All diese Unternehmen stellen Chips in ARM-Architektur her und gerade Freescale befasst sich derzeit intensiv mit möglichen Tablet-Designs.

Software-seitig setzt Canonical insbesondere auf eine Optimierung der Benutzeroberfläche. Denn mit ihren unterschiedlichen Bildschirmgröße und der Touch-Funktionalität unterscheiden sich Tablets deutlich von PCs, so Kenyon. Daher arbeitet Canonical an einem einfachen UI für den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Anwendungen. Weitere Entwicklungsschwerpunkte sind Multitouch-Unterstützung sowie die bei Tablets erforderliche Onscreen-Tastatur. Die Basis für die schlanke Tablet-Version soll dabei mit "Maverick Meerkat" die im Oktober dieses Jahres erscheinende Ubuntu-Version 10.10 bilden.

Noch ist speziell das iPad der große Tablet-Vorreiter, vor dessen Machern auch Kenyon den Hut zieht. Doch bis die erste Ubuntu-Tablets auf dem Markt kommen, dürfte die Konkurrenz deutlich größer sein. Das liegt zum einem an Windows-Geräten wie jenen von Asus, doch zum anderen daran, dass gerade im Bereich mobiler Geräte diverse andere Linux-Varianten lauern.

Mit dem von Smartphones kommenden Android und dem von vornherein als Geräteklassen übergreifend ausgelegten MeeGo stehen zwei dieser Konkurrenten morgen, Freitag, im Rahmen des LinuxTags in Berlin auch im Zentrum einer Vortragsreihe rund um mobiles Linux. Zu den Sprechern zählt dabei unter anderem Dirk Hohndel, Intels aus Deutschland stammender Linux- und Open-Source-Chef. Er will die Architektur von und Vision hinter MeeGo auch für Besucher ohne tiefgehende technische Kenntnisse verständlich machen.

(pte)

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