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Cache Server: Unterschlupf für bösartigen Code

13.10.2006 | 10:31 Uhr |

Werden Websites mit bösartigem Code identifiziert, wird meist alles daran gesetzt, diese so schnell vom Netz zu nehmen, wie möglich, um Anwender vor einer Infektion zu schützen. Doch das Problem ist mit dem Abstellen der Sites nicht gelöst, denn der Code könnte einen Unterschlupf gefunden haben und so weiterhin eine Gefahr darstellen - auf den Cache Servern von Suchmaschinenbetreibern.

Bislang wurde davon ausgegangen, dass es reicht, Websites mit bösartigem Code einfach abzuschalten, um Anwender zu schützen. Doch dieser Code lebt weiter. Unerkannt auf den Cache Servern von Suchmaschinenbetreibern, ISPs und großen Unternehmen. Auf diesen Umstand weist das Sicherheitsunternehmen Finjan Software hin.

Derartiger "Infection-by-Proxy"-Code könne laut Unternehmen bis zu zwei Wochen in den Cache-Speichern verweilen und so weiterhin eine potenzielle Gefahr darstellen. Zwar würden Websites nicht immer vollständig gecacht, in HTML eingebetteter Code wie beispielsweise Javascript jedoch sehr wohl, so die Spezialisten. Wird dann von anderen Sites auf diese gecachten Websites verwiesen, könne der Code wieder zuschlagen und PCs mit Spyware, Trojanischen Pferden oder anderer Malware infizieren, so das Unternehmen.

Das Unternehmen zeigt in seinem aktuellen Web-Trend-Report, wie Code, der diverse Anfälligkeiten in Microsoft-Produkten der Jahre 2003 und 2004 ausnutzen sollte, über einen längeren Zeitraum "überleben" konnte, da er auf den Cache Servern eines nicht genannten Suchmaschinenbetreibers verborgen war. Zwar handele es sich dabei um eine ältere Angelegenheit, doch könne sich dies jederzeit wiederholen.

"Dies ist mehr als lediglich eine theoretische Gefahr. Es ist möglich, dass Storage- und Caching-Server unabsichtlich zu den größten 'legitimierten' Speichern für bösartigen Code werden", so der CTO von Finjan, Yuval Ben-Itzhak. "Nahezu jede bösartige Website da draußen liegt als Kopie auf einem Caching-Server."

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