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Toshiba steht weiter hinter HD-DVD

07.01.2008 | 12:36 Uhr |

Die Entscheidung des Filmriesen Warner, künftig auf Blu-ray zu setzen, könnte der Todesstoß für die HD-DVD-Fraktion sein. Fast schon trotzig ist die Reaktion seitens Toshiba. Dort ist man der Ansicht, dass das HD-DVD-Format noch lange nicht tot und der Format-Krieg noch nicht beendet sei.

Das Filmstudio Warner hat im Vorfeld der CES mit seiner Ankündigung, künftig nur noch Blu-ray unterstützen zu wollen, für gehörigen Wirbel gesorgt. Denn dieser Schritt könnte eine Vorentscheidung im - für Endanwender - unsäglichen Kampf um das DVD-Nachfolgeformat sein. Denn nach dem Wegfall von Warner halten nur noch zwei große Studios (Universal und Paramount) die HD-DVD-Flagge hoch. Die Zeit wird zeigen, wie lange dies noch der Fall sein wird.

Nichtsdestotrotz steht Toshiba weiter wie ein Fels hinter HD-DVD und erklärte auf der CES, dass HD-DVD noch lange nicht tot sei. "Wir sind weiterhin der Ansicht, dass HD-DVD das Format ist, das den Bedürfnissen der Anwender am besten entspricht", erklärte Akio Ozaka Vorstand bei Toshiba America Consumer Products. Weiter sagte Ozaka: "Wir sind besonders darüber überrascht, dass diese Entscheidung getroffen wurde, obwohl HD-DVD in den USA und anderen Regionen deutlich an Fahrt gewonnen hat."

Seine Kollegin Jodi Sally Vizepräsidentin Marketing für Digital Audio und Video Products bei Toshiba ist derweil mit den Aufräumarbeiten des PR-Fiaskos beschäftigt: "Es ist schwierig für mich, von all den Experten zu lesen, die HD-DVD für tot erklären. Sicherlich haben die Ereignisse der vergangenen Tage zu dieser Schlussfolgerung geführt, aber wir wurden schon des öfteren für tot erklärt," sagte Sally.

Peter King, Analyst bei Strategy Analytics, sagte: "Es ist interessant, dass der CEO erklärte, er sei überrascht gewesen. Ich denke, das ist eine Übertreibung. 'Am Boden zerstört' wäre wohl passender gewesen." Seiner Ansicht nach sei zwar im Formatkrieg noch nicht das letzte Wort gesprochen, Toshiba dürfte sich aber nun wesentlich schwerer tun: "Sie verfügen noch über eine Handvoll kleinerer Studios, aber es gibt keinen Zweifel, dass die großen Studios mit den Füßen abgestimmt haben. Man kann nur schwer sagen, was sie nun noch tun können. Ein Weg wäre, sich als Format für den PC-Markt zu positionieren, doch dass sie ein gewaltiges Problem haben, wurde nun überdeutlich."

Ein Ende des Formatkrieges wäre vor allem für den Handel und auch die Endkunden überwiegend positiv. So müssten sich Käufer nicht mehr für eine Technik entscheiden und Gefahr laufen, viel Geld zu verlieren, und der Handel kann sich voll und ganz auf ein Format konzentrieren. Dies würde zu höheren Absatzzahlen und sinkenden Preisen führen.

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