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CE und GS: Was Sicherheitszeichen bedeuten

Blanke Drähte oder fehlende Isolierungen können den Umgang mit elektrischen Geräten zu einem lebensgefährlichen Abenteuer machen. Verbraucherschützer empfehlen daher, schon beim Kauf von Lichterketten oder Toastern auf ein Sicherheitskennzeichen zu achten. Weil es davon mehrere mit unterschiedlicher Aussagekraft gibt, sollten Verbraucher die Bedeutung der Zeichen richtig entschlüsseln können.

Meistens sind die Prüfsiegel auf der Seite oder am Boden der Ware aufgedruckt. Dort finden sich häufig die Buchstaben "CE". Dieses Zeichen sagt allerdings weder etwas über die Qualität noch über die Sicherheit eines Produkts aus. "Es ist lediglich eine Selbsterklärung des Herstellers, dass er bestimmte EU-Richtlinien einhält", erläutert Mareike Lehnhardt vom TÜV Süd in München. Von unabhängigen Dritten werde dieser "technische Reisepass für Europa" in der Regel nicht überprüft.

Weil sie das für eine Irreführung des Kunden halten, würden Verbraucherschützer das Zeichen, das eigentlich für die Marktaufsichtsbehörden gedacht ist, am liebsten abschaffen. Ein Puppenschnuller etwa müsse mit den Buchstaben "CE" gekennzeichnet werden. Ein Babyschnuller muss das aber nicht, erklärt Sylvia Maurer, Referentin für Produktsicherheit und Kennzeichnung beim Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin. Mehr Aussagekraft hat hingegen das deutsche Zeichen "GS - Geprüfte Sicherheit".

"Der Hersteller hat sein Produkt einem freiwilligen Sicherheitstest durch eine neutrale Prüfstelle unterzogen", so die Bedeutung des Zeichens, erläutert Maurer. Zu den Prüfern gehören neben dem TÜV etwa der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Frankfurt sowie Berufsgenossenschaften und Landesgewerbeämter.

Das "GS"-Zeichen darf für rund 3500 Produkte vergeben werden. Vom Toaster über die Pizzapfanne bis hin zu Spielzeug ist alles dabei, sagt Verbraucherschützerin Maurer. Auf einem geprüften Gerät müssen sowohl das Logo des Prüfinstituts als auch das "GS"-Zeichen abgebildet sein. Eine "GS"-Prüfung erfolgt nach harten Vorgaben. Um ein Zertifikat zu bekommen, reichen die Hersteller ein Baumuster bei den Testern ein. Außerdem können Prüfer auf Wunsch die Fertigung des Geräts unter die Lupe nehmen - auch im Ausland.

Beim VDE schafft es mehr als die Hälfte der Geräte nicht im ersten Anlauf, das Prüfzeichen zu erhalten. Pro Jahr testen die Fachleute in ihrem Labor rund 16.000 Schalter, Waschmaschinen, DVD-Player, Haartrockner und Computer aus der ganzen Welt. Schwachpunkte sind meist "Erwärmung, Brandgefahr, elektrischer Schlag, scharfe Ecken und Kanten". Besonders negativ fielen den Testern im Jahr 2005 Laubsauger und Kettensägen auf.

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