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CD-Verkäufe weiter rückläufig

08.07.2007 | 14:31 Uhr |

Die sinkenden Verkaufszahlen von Audio-CDs können von der Musikindustrie auch mit legalen Downloads nicht kompensiert werden. P2P-Communities verhageln zudem weiterhin die Gewinne der Rechteinhaber.

Die stark angestiegenen Umsätze im digitalen Musikmarkt können die sinkenden CD-Abverkäufe nicht ausgleichen. Laut aktueller Zahlen der International Federation of the Phonographic Industry ( IFPI ) sind die Verkäufe von Datenträgern sowie digitaler Musikstücke von 2005 auf 2006 weltweit um fünf Prozent gefallen. Anstelle von 20,7 Mrd. US-Dollar musste sich die Musikindustrie 2006 mit 19,6 Mrd. US-Dollar begnügen und damit das siebente Jahr in Folge Umsatzrückgänge verbuchen.

Während der legale Downloadmarkt um 85 Prozent anstieg und den Rechteinhabern damit einen Umsatz von 2,1 Mrd. US-Dollar bescherte, schrumpfte der CD-Markt weiter um knapp 11 Prozent: „Die Situation in Österreich entspricht durchaus der weltweiten Lage. Auch hier können Downloads die Verluste bei physischen Verkäufen nicht wettmachen", so Stefan Parnreiter vom Music Information Center Austria ( MICA ). Er gibt jedoch zu bedenken, aus welcher Quelle diese Daten stammen: „Das sind die offiziellen Zahlen der IFPI, also der Plattenindustrie. Dort präsentiert man vielleicht Zahlen, die den Unternehmen passen und möglicherweise beschönigt sind.“. So tauchen die Umsätze aus den Klingelton-Verkäufen in den Zahlen des Digital-Verkaufs schlichtweg gar nicht auf.

Außerdem würden es schlechte Absatzzahlen der Musikindustrie deutlich leichter machen, diese als Druckmittel in der Politik einzusetzen: „Es gibt zum Beispiel Bemühungen die Schutzfrist auf geistiges Eigentum von 75 auf 95 Jahre zu erhöhen, da Plattenfirmen heute zu großen Teilen von ihren Rechten auf Veröffentlichungen aus der Vergangenheit leben.“, erklärt Parnreiter. Illegale Downloads machen es der Plattenindustrie nach wie vor schwer, ihre finanziellen Interessen durchzusetzen. So schätzt John Kennedy von der IFPI , dass im Jahr 2006 nur 795 Mio. legale etwa 20 Mrd. illegalen Downloads gegenüberstanden.

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