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CD-Rohlinge sollen teurer werden

05.05.2000 | 11:59 Uhr |

Die rasante Verbreitung von CD-Brennern als Teil der Computer-Umgebung stellt die Musikbranche vor immer größere Probleme. "Auf jede dritte verkaufte CD kommt eine selbst gebrannte", meint Bernd Dopp, Geschäftsführer von WEA records. Von den verkauften CD-Rohlingen werde jeder zweite mit Musik bespielt. Dem soll jetzt Einhalt geboten werden.

Die rasante Verbreitung von CD-Brennern als Teil der Computer-Umgebung stellt die Musikbranche vor immer größere Probleme. "Auf jede dritte verkaufte CD kommt eine selbst gebrannte", meint Bernd Dopp, Geschäftsführer von WEA records. Von den verkauften CD-Rohlingen werde jeder zweite mit Musik bespielt. Die Branche will mit einem Bündel von rechtlichen und technischen Maßnahmen gegen die Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Grundlage vorgehen. Dazu zählt ein elektronisches System zum Schutz vor Internet-Missbrauch (RPS - Right Protection System), mit dem sich der Zugriff auf illegale Internet-Seiten bereits beim Provider unterbinden lässt. Außerdem sollen die Hersteller von Rohlingen 50 Prozent der CD-Rohlinge so lizenzieren, wie dies jetzt schon mit speziellen Audio-Rohlingen geschehe, die in solchen CD-Brennern eingesetzt werden, die unabhängig von einem Computer arbeiten. Das heißt: Pro Stunde Speicherkapazität müssen 12 Pfennig Urheberrechtspauschale bezahlt werden.

"Es geht uns nicht um Zensur", stellte Peter Zombik, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, fest. "Im Gegenteil, jeder soll unsere Musik hören können, aber legal." Den Schaden durch Online-Piraterie allein in Deutschland beziffert der Verband im vergangenen Jahr auf 140 Millionen Mark. Deshalb sollen in diesem Jahr vermehrt nicht kopierbare Musik-CDs auf den Markt kommen. (PC-WELT, 05.05.2000, dpa/ he)

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