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Bwin & Co.: Stimmen nach schwarzen Listen für Websites werden laut

11.08.2006 | 14:37 Uhr |

Der Streit um private Wettanbieter könnte demnächst im Internet fortgesetzt werden. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass gefordert werden könnte, dass Internet-Provider künftig anhand einer "schwarze Liste" ihre Anwender daran hindern sollen, Websites eines privaten Wettanbieters zu besuchen.

Nach dem Verbot des privaten Wettdienstes Betandwin (Bwin) werden nun auch Stimmen laut, die fordern, dass technische Maßnahmen ergriffen werden soll, durch die verhindert werden soll, dass deutsche Anwender auf die Websites der privaten Wettanbieter zugreifen können. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe.

Der Staatsekretär Jürgen Staube aus dem sächsischen Innenministerium wird darin wie folgt zitiert: "Unser Ziel ist es Wetteinsätzen aus Deutschland bei illegalen, ausländischen Anbietern wirksam einen Riegel vorzuschieben." Staube fügte hinzu: "Ich gehe davon aus, dass wir das Oddset-Monopol durchsetzen können. Wir werden jedenfalls nicht tatenlos zusehen, wie der Markt durch das Internet unterwandert wird."

Dabei wird auf Italien verwiesen, wo der Staat den Internet-Providern "schwarze Listen" vorgelegt hat, in denen Websites gelistet sind, zu denen Anwender keine Verbindung herstellen dürfen. "Technisch ist vieles machbar", sagte auch Bayerns Innenminister Günther Beckstein. Im Bayerischen Rundfunk hatte Beckstein noch am Donnerstag gesagt, dass es ein kriminelles Verhalten sei, wenn ein privater Anbieter aus dem Ausland über das Internet Wetten in Deutschland anbietet. Es sei allerdings schwer, dies zu verhindern, sagte Beckstein.

Die EU-Kommission prüft derzeit, ob Deutschland überhaupt private Wettanbieter einschränken darf. Unter Umständen könnte es nicht zulässig sein, dass Deutschland mit dem Hinweis auf das staatliche Wettmonopol, hierzulande durch Oddset repräsentiert, private Wettanbieter verbietet.

1860 München wird von Bwin gesponsert und kündigt auf seiner Website an, dass man zum ersten Spiel der zweiten Bundesliga am kommenden Wochenende mit dem Schriftzug "we win!" auf dem Trikot antreten wird. Damit solle ein Zeichen für einen liberalisierten Wettmarkt gesetzt werden. Zusammen mit dem Sponsor wolle man jedes zur Verfügung stehende Rechtsmittel einlegen und gegen das Verbot des Wettdienstes ankämpfen.

Panagiotis Kolokythas meint :
"Schwarze Listen" gegen private Wettanbieter würden schlicht und einfach eine Internet-Zensur bedeuten, mit der der Staat versuchen würde, seine Steuereinahmen zu schützen. Sicherlich nicht das beste Argument, um bei den Internet-Anwendern auf Verständnis zu stoßen. Was ist Ihre Meinung zu dem Thema?

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