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Bußgeld für minderjährige Spieler

21.05.2006 | 13:35 Uhr |

Im US-Bundesstaat Minnesota sollen künftig die minderjährigen Käufer von Videospielen, die nur an Erwachsene verkauft werden dürfen, mit einem Bußgeld belegt werden.

In den USA arbeitet man derzeit an unterschiedlichen Gesetzen bezüglich des Vertriebs von Videospielen. Nun folgte auch Minnesota mit der Verabschiedung des Inappropriate Games Bill. Ähnliche Gesetze wurden bereits in Oklahoma und Louisiana umgesetzt. Der Vorschlag des republikanischen Abgeordneten Jeff Johnson zwingt fortan Einzelhändler, die Computer- und Videospiele vertreiben dazu, Tafeln aufzustellen, die das so genannte ESRB Wertungssystem erklären. In den USA werden Spiele ähnlich wie in Deutschland von einer unabhängigen Behörde nach ihrer Eignung für Kinder und Jugendliche bewertet. Dabei wird jedoch zusätzlich nach einer Einstufung in M (ab 17) und AO (ab 18) unterschieden. Einzelhändler, die ihre Spiele trotz dieser Einstufungen an Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren verkauften oder verliehen, wurden bisher mit einem Bußgeld bestraft.

Der Gesetzentwurf von Minnesota fordert hingegen eine Bestrafung des minderjährigen Käufers. Dieser muss künftig ein Bußgeld von 25 $ berappen. Johnson betonte, dass er damit die Videospiele nicht kriminalisieren möchte, und dass im Falle einer Bestrafung auch kein Vermerk im Strafregister des Käufers auftauchen würde. Kritiker fordern jedoch eine Ausweitung der Bestrafung auf den jeweiligen Einzelhändler, der derartige Spiele an Kinder und Jugendliche verkauft, obwohl er sich über deren Einstufung im Klaren ist. So läge die Verantwortung vor allem beim Händler, der die Spiele verkauft oder vermietet und genau weiß, welche Spiele er an die Jugendlichen weitergeben kann und welche nicht.

Fast jeder der bisher eingebrachten Gesetze über den Vertrieb von Computer- und Videospielen scheiterte am First Amendment (Zusicherung der Grundrechte). Das umstrittene ESRB Wertungssystem würde nach Meinung einiger Spielekritiker nur bedingten Schutz bieten. Doch von der kommerziell interessierten Industrie könnte man wohl keinerlei Entgegenkommen erwarten. Zudem fehlt ein eindeutiger Beweis für den Zusammenhang von Videospielen und einer dadurch verursachten Gewalt im realen Leben der Spieler.

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