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Buch 'Linux für den Mittelstand' berät KMUs

11.03.2008 | 15:49 Uhr |

Linux und Open Source sind in mittelständischen Unternehmen keineswegs selbstverständlich. Ein neu erschienenes Buch mit dem programmatischen Namen "Linux für den Mittelstand" will das ändern. IT-Entscheider in KMUs und Inhaber kleinerer Unternehmen können sich damit einen Überblick über Linux-basierte Alternativen zur weit verbreiteten Microsoft-Infrastruktur verschaffen.

" Linux für den Mittelstand. Collax Solution Platform und Software Development Kit im Einsatz " heißt der nicht gerade kurze Buchtitel von Michael Matzer . Das bei entwickler.press erschienene, 200 Seite dicke und 34,90 Euro teure Buch wendet sich an IT-Entscheider und Inhaber beziehungsweise Geschäftsführer kleiner bis mittelgroßer KMUs (wobei der Autor besonders an Unternehmen in der Größenordnung zwischen 10 und 250 Bildschirmarbeitsplätze denkt).

Das Buch ist in sechs größere Kapitel eingeteilt. Nachdem der Autor einen Überblick über die IT-Anforderungen mittelständischer Unternehmen gegeben hat, stellt Matzer zunächst verschiedene Plattformen und darauf basierende Business-Anwendungen wie Datenbanken und Groupware vor. In diesem Abschnitt geht es nicht nur um Linux, sondern es werden durchaus auch Microsoft- und Apple-Produkte kursorisch vorgestellt, ganz kurz wird auch Solaris erwähnt. Ein weiterer längerer Abschnitt stellt Infrastrukturserver für den Mittelstand vor. Hier vermittelt der Autor Grundlagenwissen über Netzwerkstrukturen, Anwendungsserver und so weiter. Dabei werden wichtige Fragen wie Wartungsaufwand, Fernwartungsmöglichkeiten durch Dienstleister und Skalierbarkeit behandelt. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dieses Buch nur einen Überblick zu dieser Materie geben will, keinesfalls findet man hier technische Detaillösungen und How-Tos, die sich sofort umsetzen lassen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Vergleich der Lizenzkosten, den der Autor gibt. Denn auch für die Linux-Plattform existieren durchaus kostenpflichtige Programme, für die man zahlen muss. Ein Umstand, der nicht jedem Mittelständler bekannt sein dürfte. Obendrein haben sich bisher viele KMUs überhaupt noch nicht mit Open Source und Linux im Unternehmenseinsatz beschäftigt, insofern muss Michael Matzer hier erst einmal Grundlagenarbeit leisten und den Leser mit der Materie vertraut machen. Deshalb wird auch das GNU/GPL-Lizenzmodell vorgestellt.

Im nächsten Abschnitt geht es dann um ein relativ bekanntes Beispiel für den kommerziellen Linux-Einsatz in Unternehmen: Nämlich um die Collax Sollution Platform . Der Verfasser stellt dieses Rundum-Sorglos-Produkt für KMUs umfassend vor, so dass sich IT-Entscheider ein vernünftiges Bild davon machen können, ob das Collax-Produkt für sie geeignet sein könnte.

Danach wird der Leser zum Collax Integration Framework geführt um anschließend die Entwicklermöglichkeiten der Collax Solution Platform kennen zu lernen. In diesem Rahmen macht man auch Bekanntschaft mit dem Software Development Kit SDK für die Collax-Platform (das SDK ist übrigen seit kurzem in der Version 2.0 verfügbar ).

Das abschließende Kapitel dürfte Unternehmens besonders am Herzen liegen: Wie wirtschaftlich lassen sich die verschiedenen Server-Plattformen betreiben? Dabei vergleicht der Autor zwei Microsoft-Server-Produkte, Red Hats Enterprise Linux-Server und eben die Collax-Server-Plattform. Und kommt für Microsoft zu einem wenig schmeichelhaften Ergebnis: Die beiden Linux-Lösungen von Red Hat beziehungsweise Collax sollen deutlich günstiger als die Microsoft-basierten Lösungen sein.

Fazit: Das Buch gibt Orientierung im Software-Dschungel und hilft die Infrastruktur-Notwendigkeiten für das eigene Unternehmen besser einschätzen zu können. Nach der Lektüre weiß der Leser, welche Software zu welchem Zweck man in einem Unternehmen benötigt, welche Anbieter es gibt und was man bei der Auswahl berücksichtigen soll. Es ist jedoch kein How-To, um konkrete technische Lösungen tatsächlich umsetzen zu können. Die wirtschaftliche Komponente der IT steht im Mittelpunkt und nicht technische Detailfragen.

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