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Schießsimulator besser als jede Playstation

19.10.2009 | 14:54 Uhr |

Der Truppenbesuch einer Schulklasse führte zum Eklat: Ein Feldwebel versuchte die Begeisterung der Schüler für einen Schießsimulator zu wecken, indem er einen flapsigen Vergleich mit Ego-Shootern auf Spielekonsolen zog.

Die 18 Schüler der achten Klasse der Grund- und Hauptschule Süsel (Ostholstein) besuchten nach einem Bericht der Lübecker Nachrichten die Eutiner Rettberg-Kaserne. Dort führte ein Bundeswehrangehöriger auch den Schießsimulator vor – Waffenvorführungen sind nun einmal immer die Highlights bei Truppenbesuchen von Schulklassen. Insofern war das Ganze bis dahin nichts ungewöhnliches.

Der Vergleich, den der Oberstabsfeldwebel zog, um den Schießsimulator anzupreisen, könnte zwar durchaus vielen der 13- bis 15 Jahre alten Schülern eingeleuchtet haben, politisch korrekt war die Äußerung des Bundeswehrfeldwebels in Zeiten von Amok-Läufen an Schulen allerdings nicht. Der Unteroffizier verglich den 370.000 Euro teuren Schießsimulator nämlich mit einer Playstation von Sony und betonte dabei, dass der Schießsimulator "tausendmal besser wäre als jedes Spiel auf der Playstation zu Hause". Offensichtlich dachte der Stabsfeldwebel bei den Playstation-Spielen weniger an Adventures, Wirtschafts-Simulationen oder Sportspielen sondern an Ego-Shooter.

Einige Eltern der betroffenen Schüler waren darüber wenig begeistert: „Wir versuchen unsere Kinder von Ballerspielen fernzuhalten – und dann passiert in der Kaserne so was!“, war deren Kommentar, wie die Lübecker Nachrichten berichten. Die Bundeswehr hat mittlerweile den Vorfall bedauert und die flapsige Bemerkung als "missverständlich" bezeichnet.

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