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Bundesverband G.A.M.E warnt vor Auswirkungen eines Verbots von "Killerspielen"

15.01.2007 | 15:28 Uhr |

Die bayerische Bundesratsinitiative zu Verschärfung des Jugendschutzgesetzes hat der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. G.A.M.E. zum Anlass genommen, vor den aus seiner Sicht weit reichenden Auswirkungen eines Verbots von "Killerspielen" zu warnen.

In der Diskussion um brutale Computerspiele treffen zwei Welten aufeinander: Diejenigen, die eine Beeinflussung der Spieler durch die Inhalte verneinen und diejenigen, die genau der gegenteiligen Ansicht sind. Naturgemäß vertritt der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. G.A.M.E. eine positive Sichtweise zu Spielen als solches. Angesichts der bayerischen Bundesratsinitiative zu Verschärfung des Jugendschutzgesetzes warnt der Verband nun vor "weit reichenden gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen", die ein Verbot von Killerspielen nach sich ziehen würde.

So weist G.A.M.E. darauf hin, dass ein Verbot von Killerspielen in Deutschland "unnötig, unsinnig und ausschließlich politisch motiviert" sei und die latente Kriminalisierung der Anwender durch den Begriff "Killerspiel" zu Politikverdrossenheit unter Jugendlichen führe.

Stephan Reichart, Geschäftsführer von G.A.M.E: „Die CSU ist sich offensichtlich nicht darüber im Klaren, dass sie hier auf Jahrzehnte hinaus Millionen von Wählerstimmen verliert, da Computerspieler ganz genau wissen, dass die Behauptungen dieser Politiker und Wissenschaftler schlichtweg nicht stimmen und Computerspiele keinesfalls aus Spielern „Killer“ machen. Wer solch ein „Verbot“ fordert – selbst wenn es statistisch gesehen, nur auf maximal 3% aller im Markt befindlichen Spiele zutreffen könnte – greift meiner Ansicht nach zudem massiv in das Recht der Erwachsenen auf Kultur ein. Hier wird von der CSU einseitig ein Medium angegriffen, das sich längst auf kultureller Augenhöhe mit dem Film, der Musik und der Literatur befindet. Wenn wir dieses Verbot akzeptieren, was wird als nächstes gefordert? Konsequenterweise wären die nächsten Schritte ein Verbot von Literatur oder Filmen, die kontrovers Gewalt als Stilmittel einsetzen, wie „Der freie Wille“ (Preisträger der Berlinale 2006)“

Der Verband fordert die CSU dazu auf, von einem Verbot dieser Spiele Abstand zu nehmen und verweist auf die "vorbildlichen und absolut bewährten Jugendschutzbestimmungen im Bereich der Computerspiele in Deutschland".

Umfrage zu "Killerspielen": Mehrheit für ein Verbot (PC-WELT Online, 10.01.2007)

Killerspiele: Niedersachsens Innenminister fordert zwei Jahre Haft für Anbieter (PC-WELT Online, 13.12.2006)

"Killerspiel"-Diskussion: PC-WELT befragt Dr. Günther Beckstein (PC-WELT Online 07.12.2006)

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