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Bundestag setzt über 100.000 Seiten auf die schwarze Liste

26.06.2015 | 12:31 Uhr |

Bundestags-Abgeordnete und Mitarbeiter dürfen im Parlaments-Netzwerk über 100.000 Websites nicht mehr aufrufen.

Nach dem Angriff auf das Bundestag-Netzwerk sind nun offenbar weitere Maßnahmen getroffen worden, die verhindern sollen, dass erneut ein Schädling in das Netzwerk des Parlaments gerät. Laut Informationen von Spiegel Online (SPON) dürfen Abgeordnete und Mitarbeiter des Bundestages nunmehr über 100.000 Websites nicht mehr auf Bundestags-Rechnern aufrufen. Dazu sei eine vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bereitgestellte Quarantäne-Liste im Einsatz.

Die Liste enthalte Websites, die für die Verbreitung von Schadsoftware bekannt seien. Beim Versuch eine dieser Seiten aufzurufen, erscheine der Hinweis, dass der Zugriff auf die Seite automatisch blockiert worden sei. Zeitgleich werde auch der Zugriffversuch protokolliert. Lars Klingbeil von der SPD erklärte gegenüber SPON, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sei, die auch zeige, wie gravierend der Angriff auf den Bundestag gewesen ist. "Es ist mit dem freien Mandat unvereinbar, dass eine Regierungsbehörde entscheidet, auf welche Informationen Abgeordnete zugreifen dürfen, und diese Kommunikation zudem protokolliert", sagte Klingbeil, der für den Bundestag die Einrichtung eines Hochsicherheitsnetzes fordert.

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