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Bundestag prüft ernsthaft Umstieg auf Linux

09.10.2001 | 11:20 Uhr |

Lange Zeit war es nur ein Gerücht: Der Bundestag plane den Umstieg von Windows auf Linux (PC-WELT berichtete). Doch nun scheinen die Wechselabsichten der Bundesbehörden konkrete Formen anzunehmen. Bis zu fünf Milliarden Mark will der Bund deutschlandweit durch den Wechsel zum Open-Source-Betriebssystem sparen.

Lange Zeit war es nur ein Gerücht: Der Bundestag plane den Umstieg von Windows auf Linux (PC-WELT berichtete. Doch nun scheinen die Wechselabsichten der Bundesbehörden konkrete Formen anzunehmen. Bis zu fünf Milliarden Mark will der Bund deutschlandweit durch den Wechsel zum Open-Source-Betriebssystem sparen. Dies meldet die Berliner Morgenpost Online .

Sollte sich der Bundestag zu einem Wechsel von Microsoft Windows zu Linux entscheiden, müssten 5000 Rechner von Abgeordneten und Angestellten umgestellt werden. Dies könnte aber nur der erste Schritt für einen bundesweiten Wechsel sein. Bisher hält Microsoft nahezu ein Monopol, wenn es um die Software-Ausstattung staatlicher PCs geht. Bis zu fünf Milliarden Mark sollen sich landesweit durch einen Wechsel einsparen lassen, der Bund allein könnte rund 250 Millionen sparen.

Bisher hatte Microsoft den Bund fest im Griff. Regelmäßige Treffen zwischen Angeordneten aus Bund und Ländern und Microsoft-Verantwortlichen sorgen für die uneingeschränkte Vorherrschaft von Windows auf allen Bundes- und Landesrechnern. Auch mit Abgeordneten des Europa-Parlaments hält Redmond engen Kontakt.

Doch in letzter Zeit kam es zu Irritationen zwischen dem Software-Riesen und den Volksvertretern. "Der weiß offenbar nicht, wie man mit Abgeordneten reden muss", kommentierte ein Bundestagsabgeordneter den Besuch eines Microsoft-Managers. Kurt Sibold, Chef von Microsoft Deutschland, hält dagegen: "Es geht zu weit, dass sich die Regierung offen für Linux einsetzt."

Dabei wird der Bundestag von Microsoft selbst unfreiwillig unter Druck gesetzt. Die Rechner der deutschen Volksvertretung laufen noch unter Windows NT. Dafür stellt Microsoft aber in diesem Jahr den Support ein. Keine neuen Treiber, kein Support und vor allem - keine Sicherheitspatches mehr.

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