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Bundesnetzagentur jagt Verkäufer von Störsendern

24.06.2016 | 15:22 Uhr |

Die Bundesnetzagentur jagt Verkäufer von illegalen Störsendern. Bis zu fünfzigtausend Euro Bußgeld drohen Jammer-Verkäufern. Mit diesem Jammern arbeiten beispielsweise Auto-Diebe.

Die Bundesnetzagentur ist gegen einen Verkäufer von selbstgebauten Störsendern (Jammer) vorgegangen. Die Behörde hat dem Verkäufer den Verkauf der Jammer untersagt.

Als Begründung schreibt die Bundesnetzagentur in ihrer Mitteilung: "Erfahrungen der Bundesnetzagentur und der Polizei zeigen, dass Störsender immer wieder bei Straftaten zum Einsatz kommen. Es gibt Täterbanden, die Ladendiebstahl mit Hilfe von Störsendern verüben, indem sie Diebstahlsicherungsanlagen überwinden". Und weiter: "Im vergangenen Jahr wurden auch vermehrt Autoschlösser mit Störsendern manipuliert, um Gegenstände aus dem Fahrzeug zu stehlen."

Die Bundesnetzagentur konnte nach eigener Aussage dem Beschuldigten im Rahmen einer Durchsuchungsmaßnahme nachweisen, rund 60 selbstgebaute Störsender über das Internet verkauft zu haben. Sie ließ entsprechende Geräte sicherstellen und dem Beschuldigten den Vertrieb untersagt. Außerdem prüft die Behörde die Einleitung eines Bußgeldverfahrens.

Jammer zum Auto-Knacken

Die Bundesnetzagentur führt laut eigenen Angaben seit 2006 auf unterschiedlichen Verkaufsplattformen Recherchen durch, um illegale Störsender ausfindig zu machen. Hierbei handelt es sich um Geräte, die verschiedene Funkbereiche stören können wie z. B. Mobilfunk, GPS, WLAN oder Alarmsysteme.

Diese Geräte werden auch als Jammer bezeichnet und sind bei Autodieben sehr beliebt. So kann ein Autodieb mit einem Jammer einen im Auto verbauten GPS-Tracker wie den Trackimo außer Gefecht setzen, so dass dieser keine Alarm-SMS an den Besitzer des Wagens schicken kann, wenn sein Wagen gestohlen wird. Außerdem scheinen Diebe Jammer auch noch für einen anderen Trick zu benutzen, wie die Polizei warnt: Sperrt ein Autofahrer sein Auto auf einem öffentlichen Parkplatz, beispielsweise vor einem Supermarkt, mit der Funkfernbedienung ab, so kann ein Dieb mit einem Jammer das Signal der Funkfernbedienung zur Zentralverriegelung des Autos unterbrechen und so verhindern, dass das Auto abgesperrt wird. Während der ahnungslose Auto-Besitzer von seinem Fahrzeug entfernt ist, kann der Jammer-Benutzer das Fahrzeug ausrauben.

50.000-Euro-Bußgeld droht

Wenn die Bundesnetzagentur einen Verkäufer von illegalen Jammern aufspürt, kann sie mittels einer richterlichen Anordnung dessen Geschäftsräume und Lager durchsuchen und die Angebote auf der Internetplattform sperren lassen.

Die Bundesnetzagentur betont, dass der Vertrieb und Betrieb von Störsendern durch Privatpersonen oder Unternehmen in ganz Europa und auch in den USA und Japan nicht gestattet ist. Wer dennoch Störsender in den Verkehr bringen, handelt in Deutschland ordnungswidrig und kann mit Bußgeldern von bis zu fünfzigtausend Euro bestraft werden.


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