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Bundesnetzagentur: Wer kommt nach Kurth?

24.08.2006 | 11:56 Uhr |

Seit geraumer Zeit ist es ein offenes Geheimnis, dass Matthias Kurth schon bald den Posten als Chef der Bundesnetzagentur niederlegen will. Zeit, das Thema Nachfolger zu behandeln…

Chefregulierer Kurth, dessen Vertrag erst 2007 endet, trägt sich mit dem Gedanken, die Bundesnetzagentur schon früher zu verlassen. Der 54-Jährige ist im Gespräch für das Amt des Generalsekretärs der International Telecommunications Union (ITU) in Genf, einer Unterorganisation der Vereinten Nationen. Als einer von sechs Bewerbern hat er gute Chancen, im November für den Posten gewählt zu werden. Nominiert hatte ihn die Europäischen Konferenz der Verwaltungen für Post und Telekommunikation (CEPT)

Die Arbeit bei der Bundesnetzagentur mache ihm viel Spaß und sei "eine sehr spannende Herausforderung", erklärte Kurth im Gespräch mit der "Financial Times Deutschland". Wenn er nach sieben Jahre etwas anderes mache, heiße das nicht, er kneife vor einer schwierigen Aufgabe. Zuvor war Kurth unter anderem Richter und SPD-Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium.

Obwohl die Bundesnetzagentur auch für Elektrizität, Gas, Post und Eisenbahnen zuständig ist, hätte ein möglicher Weggang Kurths vor allem im Zusammenhang mit der Regulierung des heimischen TK-Marktes Auswirkungen. So hatte die für Medien zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding am vergangenen Montag einen Vorschlag der von Kurth geleiteten Bundesnetzagentur zum Bitstream-Zugang gutgeheißen. Demnach sollen die Konkurrenten der Deutschen Telekom noch in diesem Jahr Zugang zu den Breitbandnetzen (DSL-, ADSL- und VDSL-Netze) des ehemaligen Staatsmonopolisten erhalten, um auf Basis dieses Vorleistungsprodukts flexible und damit wettbewerbsfähige Angebote zu schnüren. Kurth begab sich damit auf direkten Konfrontationskurs mit der Regierung in Berlin. Diese sah vor, in der geplanten Neufassung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) das drei Milliarden Euro teure VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz für eine befristete Zeit von der Regulierung auszunehmen.

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