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DVB-H-Frequenzen gehen an die Deutsche Telekom

22.10.2007 | 08:30 Uhr

Ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, die T-Syst-ems Media&Broadcast GmbH, hat den Zuschlag für den bun-desweiten technischen Sendebetrieb von Fernsehen via DVB-H bekommen. Das teilte die Bundesnetzagentur jetzt mit. Bereits zur CeBIT 2008 sollen erste Städte DVB-H-Fernsehen empfangen können.

Die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur hat über die Vergabe von Frequenzen für das bundesweite Angebot von mobilen Rundfunkdiensten im DVB-H-Standard entschieden. Die T-Systems Media&Broadcast GmbH (TSMB), ein Unter-
nehmen der Deutschen Telekom, wird die für den technischen Sendebetrieb benötigten Frequenzen erhalten. Die TSMB konnte nachweisen, dass sie am besten geeignet sei, die gesetzlichen und technischen Vorgaben der Ausschreib-
ungsbedingungen zu erfüllen. "Die Vergabe der DVB-H-Frequenzen ist ein weiterer entscheidender Schritt für das mobile Fernsehen in Deutschland", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Der Ausbau des Sendernetzes für mobile Rundfunk-Anwend-
ungen beginnt im Frühjahr 2008 in Hannover. "Wir hoffen, dass bereits zur CeBIT 2008 die ersten Sendungen im Wirkbetrieb erfolgen können", zeigte sich Kurth optimistisch. Die Hauptstädte der anderen 15 Bundesländer werden bis Ende 2008 folgen. Ab 2009 sollen alle deutschen Städte mit mehr als 150.000 Einwohnern versorgt werden sowie die vier einwohnerstärksten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern in jedem Bundesland. Bis zum Jahr 2015 sollen 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands versorgt sein ? vorausgesetzt, die Bevölkerung nimmt das Angebot bis 2013 an.

Bislang stößt Mobile TV, wie es etwa MFD (Mobiles Fernsehen Deutschland) auf Basis von DMB anbietet, auf wenig Interesse in Deutschland, was auch an den falschen Inhalten liegen könnte. Das bestätigt eine von der Goldmedia GmbH Media Consulting & Research durchgeführte Studie. Demnach werde Mobile TV weniger häufig als angenommen während Pausen und Wartezeiten, etwa auf dem Bahnhof oder Flughafen, genutzt. Stattdessen greifen die Anwender abends in den eigenen vier Wänden zum TV-Handy. So nutzen in Frankreich und Großbritannien je nach Feldtest zwischen 14 und 35 Prozent der Probanden Handy-TV auf dem Weg zur Arbeit oder zurück, den sogenannten "Drive Times". Aber: 36 bis 50 Prozent gaben an, zuhause mobiles Fernsehen zu schauen. Teilweise übernimmt das Handy-TV sogar die Funktion der "Bettlektüre" vor dem Einschlafen.

Dabei werden nicht nur die klassischen, linearen TV-Kanäle und für das Mobile TV speziell aufbereitete Videoinhalte geschaut. Bei kommerziell gestarteten Diensten und bei Feldtests mit einem erweiterten Hörfunkangebot wurden oft auch die Angebote bekannter Radiosender genutzt. Knapp ein Viertel der Nutzungszeit von Mobile TV über den satelliten-
gestützten Dienst in Südkorea entfällt auf Hörfunk-Programme.

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