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Bundeskriminalamt testet neuen Staatstrojaner

18.01.2013 | 10:59 Uhr |

Das Bundeskriminalamt testet laut Medienberichten einen neuen Staatstrojaner, der den Namen FinFisher trägt und vom Unternehmen Eleman/Gamma entwickelt wird.

Der Blog Netzpolitik.org ist in den Besitz eines geheimen Dokuments des Innenministeriums gelangt, laut dem das Bundeskriminalamt einen neuen Staatstrojaner gekauft hat. Bei der Schnüffelsoftware soll es sich um FinFisher handeln, der von dem Unternehmen Eleman/Gamma entwickelt wird. Das Dokument des Innenministeriums hat Netzpolitik.org im Web veröffentlicht . Das Dokument trägt den Zusatz "VS - Nur für den Dienstgebrauch".

Die Entwicklung eines neuen, eigenen Staatstrojaners soll nicht vor Ende 2014 abgeschlossen sein. Laut dem Dokument hat das Bundeskriminalamt daher bei einer "Marktsichtung" drei Produkte bewertet und dann anschließend die Schnüffelsoftware FinFisher "beschafft". Gegenüber Spiegel Online bestritt ein Sprecher des Bundeskriminalamts allerdings den Kauf von FinFisher und teilte mit, dass die Software nur getestet werde und derzeit nicht die Anforderungen erfülle.

Der Trojaner FinFisher soll in vielen autoritären Regimen gegen politische Aktivisten eingesetzt werden. "Die Software ist sehr ausgefeilt, kann alle möglichen Geräte komplett übernehmen und als Man-in-the-Middle über den Provider installiert werden. Qualitativ also das Gegenteil von DigiTask, dafür aber umso gefährlicher", heißt es in dem Bericht von Netzpolitik.org. Somit sei fragwürdig, ob die für einen internationalen Markt entwickelte Software die Vorgaben erfülle, die das Bundesverfassungsgericht für den Einsatz von Staatstrojanern gemacht habe. 

Die Entwickler von FinFisher, das Münchner Unternehmen Gamma International, hatte bereits den "BigBrother Award 2012" in der Kategorie Technik "gewonnen" .

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