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Bundesamt sieht Handy-Strahlung gelassen

31.10.2007 | 12:38 Uhr |

Eine jüngst vorgestellte Studie zur erhöhten Gesundheitsgefahr durch Handystrahlung lässt das Bundesamt für Strahlenschutz kalt.

Am Montagabend wurde in der Sendung „Report Mainz" der Bioinitative-Report einer Forschergruppe vorgestellt. Die Studie enthielt unter anderem Hinweise darauf, dass starke Handynutzer mit einem hohen Krebsrisiko behaftet sind. Das Bundesamt für Strahlenschutz ( BfS ) bleibt dennoch gelassen: „Wir haben die Studie geprüft. Nach erster Prüfung weist sie klare wissenschaftliche Schwächen auf", sagte Bundesamtssprecher Florian Emrich gegenüber der „Berliner Zeitung". Noch deutlichere Worte fand der „Spiegel", der gar von „Panikmache" schrieb, da die Studie bereits seit August vorliege und bisher aufgrund ihrer wissenschaftlichen Defizite unter Fachleuten praktisch keine Beachtung fand.

Wichtigster Kritikpunkt ist das Fehlen von Langzeiterfahrungen mit elektromagnetischen Wellen, die das Einschätzen von Risiken erschweren. Laut BfS-Sprecher Emrich würden in der Studie zudem Vermischungen vorgenommen, die fachlich nicht tragbar sind. Trotzdem wertet das Amt den Report derzeit detailliert aus. Ein Anlass, die gültigen SAR-Grenzwerte für Handystrahlung zu ändern, sei nicht gegeben. Die Mehrzahl der in die Studie eingeflossenen Untersuchungen sei nicht neu, diese hätten bereits bei der Festlegung der gültigen Grenzwerte Berücksichtigung gefunden. Dennoch rät das Amt sicherheitshalber zum vorsichtigen Umgang mit Handys, solange mögliche gesundheitliche Risiken nicht vollständig widerlegt sind.

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