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EU eröffnet zwei neue Verfahren gegen Microsoft

14.01.2008 | 19:07 Uhr |

Die EU-Wettbewerbshüter haben am Montag gleich zwei neue Missbrauchsverfahren gegen Microsoft eingeleitet.

Microsoft drohen erneut hohe Bußgelder. Am Montag hat die EU-Kommission zwei neue Missbrauchsverfahren eingeleitet, die erneut Microsoft ins Visier nehmen.

Mit dem ersten Verfahren reagieren die Wettbewerbshüter auf eine Beschwerde, die der norwegische Browserhersteller Opera Software Mitte Dezember eingereicht hatte. Der Vorwurf seitens Opera lautet, dass Microsoft auf unzulässige Weise die marktbeherrschende Stellung von Windows zum Vorteil des Internet Explorer ausnutze. Die Wettbewerbshüter wollen die Beschwerde von Opera zum Anlass nehmen, um auch die Kopplung anderer Microsoft-Produkte mit Windows zu überprüfen. Dazu zählen beispielsweise die in Windows Vista enthaltene Desktop-Suche und die Verbindung zu Windows Live. In einer ersten Reaktion begrüßte Opera Software die Entscheidung der EU.

In dem zweiten Verfahren wirft die EU-Kommission Microsoft vor, den Zugang zu Schnittstelleninformationen zu verweigern. Unter anderem geht es dabei um die Office-Produkte, das Dateiformat Office Open XML und die Entwickerschnittstelle .Net-Framework. Diese Informationen würden dazu benötigt, um Microsoft-Produkte mit Software-Produkten anderer Hersteller kompatibel zu machen. Der Branchenausschuss ECIS (European Committee for Interoperable Systems) hatte eine entsprechende Beschwerde in Brüssel eingelegt.

Zuletzt hatte ein EU-Gericht in Luxemburg die von der EU auferlegten Strafzahlungen bestätigt und damit Microsoft zur Zahlung eines Bußgelds in Höhe von 500 Millionen Euro aufgefordert. Bei dem Verfahren um die Schnittstelleninformationen beziehen sich die EU-Wettbewerbshüter ausdrücklich auf diese Entscheidung des EU-Gerichts.

Zumindest theoretisch könnte Microsoft zur Zahlung von Strafgeldern in Höhe von bis zu 10 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verurteilt werden. Zuletzt hatte Microsoft einen Umsatz von 51,5 Milliarden US-Dollar gemeldet. Bis zu einer Entscheidung in den beiden neuen Verfahren könnten aber bis zu 24 Monate vergehen.

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