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Microsoft bringt Such-Add-on für Firefox

01.02.2009 | 15:51 Uhr |

Microsoft hat ein Add-on veröffentlicht, mit dem User die Suchfunktion Live Search direkt über die Schnellsuchleiste des Mozilla-Browsers aufrufen können. "Wir freuen uns bekannt zu geben, dass wir Live Search auf vielfachen Wunsch offiziell in Firefox integriert haben", heißt es in der offiziellen Ankündigung des Live-Search-Teams.

Die neue Browser-Erweiterung ist direkt über Mozillas Add-on-Seite zu beziehen und beschert Nutzern in ausgewählten Regionen auch Suchvorschläge direkt in der Schnellsuchleiste. "Wir freuen uns zu sehen, dass Microsoft Zeit und Energien in offene Formate investiert, die von Mozilla-Technologien genutzt werden", begrüßt Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot im Gespräch mit pressetext. Das Add-on nutzt die Entwicklungsarbeit an Microsofts Such-Programmierschnittstelle, so Alessandro Catorcini, Live Search API Lead Program Manager. Bei der Arbeit an "Live Search API 2.0" habe man auf viele Entwickler gehört und das spiegle sich im Ergebnis wider. Die Programmierschnittstelle ist kompatibel zu den offenen Formaten von Open Search , die auch von der Suchmaschinen-Programmierschnittstelle in Firefox genutzt werden. "Das ermöglicht Suchmaschinen zu definieren, wie Browser mit ihnen kommunizieren können", erklärt Nitot. Schon seit Firefox 1.0 im Jahr 2004 unterstützt der Browser so standardmäßig den Schnellzugriff auf verschiedene Suchmaschinen und die Integration weiterer mittels Erweiterungen.

"Jetzt, da Microsoft ein Update seiner Such-APIs auf den Servern durchgeführt hat, werden auch Suchvorschläge für Live Search möglich - so, wie sie Google und Yahoo seit Jahren anbieten", sagt Nitot. Bei Microsoft bleibt diese Möglichkeit vorerst aber auf User in neun Ländern beschränkt. Dazu zählen unter anderem die USA und Kanada, in Europa steht diese Zusatzfunktion derzeit nur Briten und Iren zur Verfügung. Für User im deutschsprachigen Raum dagegen bietet das neue Add-on zunächst nicht mehr Funktionalität als jene Plugins, die zuvor über das Community-Projekt MyCroft angeboten wurden.

IDC-Anayst Rüdiger Spies ortet angesichts der Ankündigung eine neue Microsoft-Philosophie. "Marktphenomäne, die nicht frontal angegriffen werden können, weil sie dem eigenen Image schaden, werden mit einer Umschließungsstrategie angegriffen - 'If you can't beat them, join them'", meint er gegenüber pressetext. Durch einen Vertrauensgewinn bei der eher Microsoft-feindlichen User-Community könne das Unternehmen "in Kenntnis des Gegners" besser eigene Strategien entwerfen - eine Strategie, mit der IBM seit längerem Erfolg habe. "Microsoft scheint mehr und mehr anzuerkennen, dass die Welt nicht einheitlicher wird, sondern die Heterogenität immer mehr zunimmt und man sich deshalb auch alternativen Plattformen öffnen muss, um eigene gute Ideen durchzusetzen", meint Spies. (pte)

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