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Brockhaus startet kostenloses Online-Lexikon

29.08.2006 | 15:02 Uhr |

Die Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG hat ein neues Online-Lexikon frei geschaltet. Dabei handelt es sich um "Meyers Lexikon online". Das Nachschlagewerk basiert auf der von Wikipedia bekannten Mediawiki-Software. Registrierte Benutzer können vorhandene Artikel diskutieren, sich an die Redaktion wenden und neue Schlagwörter vorschlagen. Selbst schreiben kann man aber nicht.

Meyers Lexikon online aus dem Brockhaus-Verlag basiert inhaltlich auf "Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden“ , einem gedruckten Lexikon mit 150.000 Stichwörtern. Die technische Basis ist Mediawiki . Die neue Lexikon-Seite ist laut Bernd Kreissig vom Brockhaus-Verlag seit Freitag im Internet erreichbar und seit gestern offiziell von den Unternehmensseiten aus verlinkt.

Jeder Interessierte kann in dem Lexikon kostenlos online nachschlagen. Weitere interaktive Funktionen stehen nach einer einfachen Registrierung offen, bei der man keine persönlichen Daten angeben muss. Die Mail, die Sie nach erfolgter Anmeldung erhalten, enthält einen Bestätigungslink. Sobald Sie darauf klicken, ist die Anmeldung für "Meyers Lexikon online" abgeschlossen.

Registrierte Benutzer können vorhandene Artikel diskutieren, Feedback an die Redaktion senden und neue Artikel vorschlagen. Die Redaktion entscheidet dann, wie sie mit dem Nutzer-Feedback umgeht. Damit die Redakteure gegebenenfalls möglichst schnell reagieren können, hat sich Brockhaus für die von Wikipedia her bekannte Mediawiki-Software als Plattform entschieden.

Einen wesentlichen Unterschied zur Wikipedia gibt es allerdings: Benutzer können nicht als Autoren tätig werden, wie aus den Nutzungsbedingungen klar hervorgeht: "Der Kunde hat nicht das Recht, diese Inhalte zu löschen, zu editieren, zu erweitern oder in anderer Weise zu modifizieren". Zudem bietet "Meyers Lexikon online" ohne besondere Mediawiki-Kenntnisse keine offizielle Möglichkeit, verschiedene Artikel-Versionen miteinander zu vergleichen.

Die Brockhaus AG will mit "Meyers Lexikon online" nicht nur ein kostenloses Online-Informationsportal zur Verfügung stellen, sondern damit ganz besonders die Werbetrommeln für die Neuauflage von "Meyers Taschenlexikon in 24 Bänden" rühren. Interessierte Nutzer können also quasi online in dieses neue gedruckte Lexikon (das mit einer DVD aufgeliefert wird) hineinschnuppern. Außerdem will Brockhaus Erfahrungen mit neuen Technologien und den Reaktionen von Anwendern sammeln, wie Kreissig gegenüber der PC-WELT erläutert. Eine Konkurrenz zu Wikipedia soll "Meyers Lexikon online" ausdrücklich nicht werden.

Übrigens: Meyer war nach eigenen Angaben der erste Verlag, der über mehrere Jahr im Internet ein kostenloses Lexikon angeboten hatte, nämlich unter www.iicm.edu/ref.m10. Dieses Angebot bestand laut Kreissig in der zweiten Hälfte der 90er Jahre.

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