2037097

Britischer Premier will E2E-Verschlüsselung verbieten

13.01.2015 | 13:17 Uhr |

Der britische Premierminister Cameron will die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Chat-Apps per Gesetz verbieten.

Der britische Premierminister David Cameron hat in einer Rede angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl im Mai 2015 ein Gesetz durchbringen zu wollen, durch das der Einsatz der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei elektronischen Diensten und Apps verboten werden soll.

Von einem derartigen Gesetz wären populäre Chat-Apps wie Apples iMessage und WhatsApp betroffen, die nicht zuletzt aufgrund der Snowden-Enthüllungen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung eingeführt hatten. Aufgrund dieser Verschlüsselung können die geführten Gespräche nicht auf dem Weg vom Sender zum Empfänger entschlüsselt werden. WhatsApp setzt die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung seit Mitte November 2014 ein und wird aktuell von über 700 Millionen Menschen weltweit genutzt. Für die Verschlüsselung setzt WhatsApp den offenen Quellcode von Open Whisper Systems ein, der auch von vielen anderen Anbietern verwendet wird.

Cameron begründete seine Ankündigung mit den Anschlägen in Paris. Die Behörden, so der britische Premier, müssen alle Möglichkeiten besitzen, an Informationen zu gelangen. Dazu müssten die Anbieter aber laut Cameron nicht auf den Einsatz der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verzichten, um legal zu bleiben. Sie könnten in ihre Produkte auch Hintertüren einbauen, die ein Abhören der Informationen erlauben würden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2037097