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Britischer Geheimdienst liest vermutlich deutsche Mails mit

29.08.2013 | 10:03 Uhr |

In der Spionage-Affäre zu Prism, dem US-Geheimdienst NSA und dem britischen Geheimdienst GCHQ sind neue erschreckende Details bekannt geworden. Demnach überwacht der britische Geheimdienst große Teile des europäischen und deutschen Internetverkehrs und speichert die Inhalte mehrere Wochen. Betroffen sind vermutlich auch viele Mails von deutschen Internetnutzern.

Wie der Norddeutsche Rundfunk NDR und die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf neue Unterlagen des Whistleblowsers Edward Snowden berichten, überwacht der britische Geheimdienst Government Communication Headquarter (GCHQ) nicht nur Verbindungen von Europa nach Nordamerika, sondern auch große Teile des innereuropäischen Internet-Verkehrs. Und speichert diese. Laut dem NDR würden die Metadaten für bis zu 30 Tage und die Inhalte für drei Tage gespeichert.
 
Aus Snowdens Unterlagen ginge demnach hervor, dass der GCHQ 14 Unterseekabel abhören würde. Von diesen sind vier Unterseekabel für deutsche Internetnutzer wichtig: Über TAT-14 und AC-1 läuft die Internet-Kommunikation nach Nordamerika, über das Unterseekabel SeaMeWe-3 kommunizieren deutsche Internetnutzer nach Afrika, Asien und Australien und über das Kabel Pan-European-Crossing PEC sind - wie der Name schon andeutet - verschiedene Metropolen Westeuropas miteinander verbunden. Die deutschen Knotenpunkte zu diesen Kabeln liegen in der ostfriesischen Stadt Norden und auf der Insel Sylt, doch sie gehen auch über die britischen Inseln, wo sie der britische Geheimdienst abgreifen kann.
 
Über das PEC-Kabel, so der NDR, gehen große Teil der deutschen E-Mail-Kommunikation. Auch der innerdeutschen, weil die Server vieler Internetdienste nun einmal in Großbritannien oder Irland stehen und deshalb auch innerdeutsche Mails darüber laufen würden. Die Deutsche Telekom ist Miteigentümer an den Kabeln SeaMeWe-3 und dTAT-14.

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