12.01.2007, 13:15

Panagiotis Kolokythas

Britische Behörde: Schulen sollen mit Wechsel auf Vista und Office 2007 warten

Die britische Behörde BECTA hat allen Bildungseinrichtungen empfohlen, mindestens 12 Monate abzuwarten, bevor ein Wechsel auf Windows Vista oder Office 2007 in Betracht gezogen wird.

Die britische Behörde BECTA (British Educational Communications and Technology Agency) empfiehlt Schulen und Bildungseinrichtungen vorerst nicht auf Windows Vista umzusteigen, sondern mindestens die nächsten zwölf Monate abzuwarten. Auch bei Office 2007 bestehe vorerst kein Bedarf zum Wechsel.
Die BECTA räumt nach einer Untersuchung von Windows Vista ein, dass das Betriebssystem diverse neue Funktionen enthält, diese aber nicht derartig wichtig seien, dass der Einsatz des Betriebssystems in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen gerechtfertigt werde.
Die technischen, finanziellen und organisatorischen Herausforderungen bei einer schnellen Adaptierung des neuen Betriebssystems sei mit zu vielen Risiken verbunden. Die BECTA empfiehlt, dass Microsoft zunächst in kleinen Pilotprojekten deutlich machen solle, wie Bildungseinrichtungen vom Einsatz von Vista profitieren könnten und wie viel der Wechsel kosten würde.
Derzeit gehe man bei einem kompletten Wechsel auf Vista immerhin von Kosten in Höhe von 160 Millionen britischen Pfund aus, ohne das genau klar wäre, welche Vorteil Vista denn bietet.
Unterm Strich empfiehlt die BECTA den Schulen und Bildungseinrichtungen vor dem Wechsel auf Windows Vista den abschließenden Bericht der Behörde über Windows Vista abzuwarten, der im Januar 2008 veröffentlicht wird.
Bei Office 2007 konnte die BECTA insgesamt über 170 neue Funktionen ausfindig machen, die allerdings nach Ansicht der BECTA größtenteils nur dann interessant seien, wenn man das Office-Paket im geschäftlichen Bereich einsetzt. Im Bildungsbereich sei dagegen nahezu keines dieser Features wichtig.
Auch hier betont die BECTA, dass ein Wechsel auf Office 2007 mit hohen Kosten verbunden sei, die angesichts des Nutzens nicht zu rechtfertigen seien. Vergleiche mit Konkurrenzprodukten von Office 2007 hätten gezeigt, dass diese Produkte mindestens 50 Prozent der Funktionalitäten von Office 2007 böten und ausreichend für den Einsatz in Bildungseinrichtungen seien.
Daher ruft die BECTA die Anbieter von PCs für den Bildungsbereich dazu auf, die Rechner mit einer Auswahl an Office-Paketen anzubieten und idealerweise sollten zu dieser Auswahl Open-Source-Lösungen gehören.
Openoffice.org wird von der BECTA nicht namentlich genannt, allerdings ruft die BECTA Microsoft dazu auf, die Unterstützung des von Openoffice.org genutzten ODF-Formats zu verbessern. Bildungseinrichtungen sollten erst dann zu Office 2007 greifen, wenn dessen Interoperabilität zu den anderen Produkten verbessert worden ist. Letztendlich empfiehlt aber die BECTA auch mit dem Wechsel auf Office 2007 zu warten, bis die Behörde den abschließenden Bericht im Januar 2008 veröffentlicht hat.
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