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Brennerstudie 2005: Illegales Brennen wird ein "Breitensport"

31.01.2006 | 17:12 Uhr |

Die Filmförderungsanstalt hat mit der "Brennerstudie 2005" eine neue Untersuchung hinsichtlich des Brennverhaltens bei Spielfilmen vorgelegt. Das Ergebnis: Immer mehr Anwender brennen Filme auf CD oder DVD, strengerer Gesetze zum Trotz.

Die so genannte "Brennerstudie" der Filmförderungsanstalt ( FFA ) untersucht im Jahresrythmus das Brennverhalten deutscher Anwender. Dabei steht vor allem die Frage im Vordergrund, ob und wenn ja, wie viele Filme auf CD oder DVD gebrannt werden. Jetzt steht die 2005er-Fassung der Studie bereit und das Ergebnis ist recht eindeutig. Denn anscheinend pfeifen die Befragten auf strengere Gesetze und kopieren mit steigender Tendenz weiter.

Die technischen Voraussetzungen: Laut FFA verfügen mittlerweile rund die Hälfte der Deutschen über einen CD-Brenner (oder haben Zugriff darauf), 6,9 Millionen Personen über einen DVD-Brenner und 2,8 Millionen Anwender über einen DVD-Recorder. 64,4 Prozent der Bevölkerung verfügen privat über einen Internetzugang, zwei Drittel davon per Breitband oder zumindest ISDN. Ein Fünftel der Internet-Nutzer hat laut FFA-Studie eine Flatrate. Damit "haben sich die technischen Zugriffsmöglichkeiten zum Downloaden und Brennen von Filmen gegenüber der Vorjahresperiode mehr als verdoppelt", so die FFA.

Laut Studie wurden im ersten Halbjahr 2005 rund 12 Millionen Filme kostenlos per Internet heruntergeladen, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Interessanterweise stieg trotz der Anti-Kopier-Kampagnen der Industrie die Zahl derjenigen Anwender, die sich im Internet mit Filmen versorgten. So haben sich 1,7 Millionen Personen (+ 0,4 Millionen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) Filme gratis besorgt. Bemerkenswert ist auch, dass sich Jung und Alt recht einig bei ihrem Download-Verhalten sind. So steigerte die Gruppe der 10-19-Jährigen ihr Download-Verhalten um 160 Prozent und die Generation 50plus um 180 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus diesem Grund ist die FFA der Ansicht, dass "das illegale Downloaden von Spielfilmen mehr und mehr zu einem Breitenphänomen" wird.

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie ist das Brennverhalten. Laut FFA wurden im ersten Halbjahr 2005 von 7 Millionen Anwendern 58,4 Millionen Filme auf CD/DVD gebrannt. Dies entspricht einem Anstieg von 10 Millionen. Allerdings: Befragt nach der Bezugsquelle der Filme kam heraus, dass die meisten Filme (15,5 Millionen) legal aus dem Fernsehen aufgezeichnet wurden. Auf Platz zwei folgen mit 10,2 Millionen Filmen ausgeliehene Original-DVDs von Freunden sowie ausgeliehene DVD-Kopien von Freunden mit ebenfalls 10,2 Millionen. Immerhin auf dem vierten Platz befinden sich Kopien eigener DVDs (7,4 Millionen) und erst auf Platz fünf Filme, die im Internet herunter geladen wurden (5,9 Millionen).

Für die Untersuchung wurden 10.000 repräsentativ ausgewählte Personen ab10 Jahren von der GfK befragt. Die 23 Seiten starke Untersuchung finden Sie hier im PDF-Format .

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