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Breko fordert Abspaltung des Netzes der Deutschen Telekom

06.10.2015 | 09:25 Uhr |

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) verlangt die Abtrennung des Festnetzes von der Deutschen Telekom. Die Telekom dürfe das Festnetz nur noch wie alle ihre Konkurrenten nutzen.

Im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) ist nach eigener Aussage ein Großteil der Festnetzwettbewerber der Deutschen Telekom zusammengeschlossen. Die 210 Mitglieder, darunter über 115 City- und Regionalcarrier, Stadtwerke und Kabelnetzbetreiber,   aber auch Unternehmen wie Huawei und Telefonica fordern nun die Abspaltung des Festnetzes der Deutschen Telekom. Das Festnetz solle einem eigenständigen Unternehmen gehören und die Deutsche Telekom müsse dann bei dessen Nutzung mit anderen Unternehmen konkurrieren. Die Breko fordert also die komplette Trennung von Netz und Betrieb.

Damit solle gewährleistet werden, dass das Festnetz unabhängig und diskriminierungsfrei sowohl für die Deutsche Telekom als auch für deren Wettbewerber zur Verfügung stehe.

Die Breko bezeichnet diesen Schritt als alternativlos, denn in 17 Jahren der TK-Liberalisierung „sei es nicht durchgreifend gelungen, die im deutschen Telekommunikationsgesetz, aber auch in den europäischen Rechtsgrundlagen geforderte Gleichbehandlung zwischen den alternativen Netzbetreibern als Vorleistungsnachfragern und der Deutschen Telekom als netzbesitzendem Ex-Monopolisten zu schaffen und zu sichern“.

Diese Forderung hat einen aktuellen Anlass. Derzeit verhandeln Deutsche Telekom und die Bundesnetzagentur (BNetzA) einen Vertrag zum Einsatz von VDSL2-Vectoring im Nahbereich rund um die bundesweit knapp 8.000 Hauptverteiler (HVt). Die Deutsche Telekom will aber ihren Konkurrenten keinen Zugang zu den VDSL-Anschlüssen in den Hauptverteilern ermöglichen, sondern will den Ausbau der HVt-Nahbereiche exklusiv für sich in Anspruch nehmen.

Außerdem fordert der Breko, dass die Bundesrepublik Deutschland ihre Anteile an der Deutschen Telekom (inklusive des KfW-Anteils knapp 31,8 Prozent) verkauft. Den Erlös könnte man laut Breko für den Ausbau von schnellen Glasfaseranschlüssen besonders in ländlichen Gebieten verwenden.
 

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