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Breko: "Letzte Meile"-Entscheidung hemmt DSL-Aussbau

29.04.2005 | 15:46 Uhr |

Breko, der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften e.V. hat sich kritisch zur Entscheidung der RegTP zur Absenkung der Entgelte für die "letzte Meile" geäußert. Die Absenkung von 11,80 auf 10,65 Euro sei nicht genug. Ein Preis unter 10 Euro wäre für eine Verbesserung der Breitbandsituation in Deutschland besser gewesen.

Die Entscheidung der RegTP zur Senkung des Entgeltes für die "letzte Meile", stößt beim Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften e.V., kurz Breko , auf Kritik. Auf der einen Seite begrüßt Breko die Entscheidung der Regulierer, den Preis für die Miete für das Kupferkabel zum Teilnehmeranschluss (TAL) von 11,80 Euro auf 10,65 Euro zu senken. Andererseits hätte die Breko einen Preis von unter 10 Euro besser gefunden.

Die Absenkung des Entgeltes für die "letzte Meile" gäbe ein positives Signal für den Infrastruktur-basierten Wettbewerb in Deutschland. Erklärte Peer Knauer, Präsident des Breko. "Trotz dieses Erfolgs bedauern wird, dass die Berücksichtigung des Konsistenzgebotes und der erzielten Effizienzgewinne bei der Telekom zu keiner weitreichenderen Entscheidung geführt haben", so Knauer.

Der nun festgesetzte Preis läge weiterhin deutlich über 10 Euro. Die Konsquenz laut Ansicht von Breko: "Es wird nicht zu der notwendigen Dynamik beim Flächenausbau mit Breitband kommen". Knauer: "Es fehlt ein klares Wachstumssignal für den DSL-Markt."

Im Vorfeld hätten die im Breko zusammengeschlossenen Unternehmen erklärt, dass sie bei einer Absenkung des TAL-Preises auf unter 10 Euro in den kommenden Jahren bis zu 700 neue Ortsnetze erschlossen hätten.

"Diese Pläne sind vom Tisch; unsere Mitgliedunternehmen werden jetzt sehr genau prüfen müssen, in welchem Umfang und in welchen Gebieten Investitionen getätigt werden", erklärte Knauer. Auf jedem Falle werde der Ausbau nicht in einem Maße erfolgen, wie es für eine signifikante Verbesserung der Breitbandsitutation in Deutschland erforderlich wäre.

Kritische Töne zur RegTP-Entscheidung auch von Versatel. Das Unternehmen bemängelt den "zögerlichen Reformwillen des deutschen Reguliers" und spricht von einer "halbherzigen Entscheidung". Versatel fordert bei der anstehenden Bitstream-Entscheidung "mehr Mut zu einer wettbewerbs- und verbraucherfreundlichen Umgestaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen."

"Wir begrüßen, dass die RegTP durch die – wenn auch nur moderate – Absenkung der TAL-Entgelte dem widersinnigen und arroganten Antrag der Deutschen Telekom, die Gebühren auf 17,40 Euro pro Monat anzuheben, nicht stattgegeben hat und in diesem Punkt ihrem politischen Auftrag nachgekommen ist", sagte Andreas Heinze, Vorsitzender der Geschäftsführung von Versatel. Heinze fügte allerdings kritisch hinzu: "Die Regulierungsbehörde hat sich bei ihrer Entscheidungsfindung
leider nicht konsequent genug an einem europäischen Benchmarking sowie an dem
gesetzlich vorgeschriebenen Konsistenzgebot orientiert." Hätte sie das, so Heinze, dann hätten die Gebühren auf deutlich unter 9 Euro abgesenkt werden müssen.

RegTP senkt Preis für "letzte Meile" (PC-WELT Online, 29.04.2005)

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