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Breitbandanschlüsse sind meist langsamer als versprochen

12.04.2013 | 10:36 Uhr |

Wie schnell surfen Sie mit Ihrem DSL- oder Kabelvertrag wirklich? Die Bundesnetzagentur ist dieser Frage im Rahmen einer längeren Untersuchung nachgegangen. Die Ergebnisse liegen nun vor und beweisen, dass sich Internetprovider in der Regel nicht an ihre Geschwindigkeitsversprechen halten.

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse einer im vergangenen Jahr durchgeführten Studie zur Messung der tatsächlichen Geschwindigkeit von Breitbandanschlüssen veröffentlicht. Die Messstudie bestätigt die Vielzahl der Kundenbeschwerden über Abweichungen zwischen der vertraglich vereinbarten "bis zu"-Bandbreite und der tatsächlichen Bandbreite. Über alle Technologien, Produkte und Anbieter hinweg erhalten die Internutzer demnach nicht die Bandbreite, die ihnen der Provider als maximal mögliche Bandbreite in Aussicht stellt. Deutliche Abweichungen gebe es sowohl bei DSL- als auch bei LTE-Verbindungen und auch Kabelverbindungen. Manche Nutzer surfen nur mit der Hälfte der in Aussicht gestellten Geschwindigkeit.

Die Studie basiert auf der Auswertung von rund 250.000 Messungen. Internetnutzer konnten über initiative-netzqualitaet.de die Geschwindigkeit ihres Breitbandanschlusses messen. Hier können Sie jetzt Ihre Breitbandverbindung testen: initiative-netzqualitaet.de/zum-test.

Formulierung "Bis zu" wird von den Providern ausgenutzt

Parallel zur Analyse der Anschlüsse hat die Bundesnetzagentur die Standardverträge der Anbieter untersucht. Dabei bestätigte sich das Bild, das wir ohnehin von den Verträgen der Internetprovider haben: Fast alle Anbieter machen gegenüber den Kunden flexible Angaben zur verfügbaren Bandbreiten. "Der Kunde weiß so nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann. Auch nach Vertragsabschluss und erfolgter Schaltung besteht kein überschwängliches Bemühen, dem Endkunden aktiv einen transparenten Überblick über die Leistungsfähigkeit des konkreten Anschlusses zu bieten", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Wer mit seiner Bandbreite unzufrieden ist und den Internetprovider wechseln will, sollte wissen, dass er seit Dezember 2012 das Recht hat, dass der abgebende Anbieter im Falle eines Scheiterns des Wechselprozesses die Versorgung wieder aufnehmen muss. „Die Unterbrechung darf zudem nicht länger als einen Kalendertag andauern", wie Homann betont. Die Beschwerdezahlen würden aber zeigen, dass es in der Praxis bei einem Anbieterwechsel nach wie vor zu länger dauernden Unterbrechungen des Telefon- und Internetanschlusses kommen kann. Ganz offensichtlich setzen die Provider die gesetzlichen Vorgaben nicht konsequent um. Die Bundesnetzagentur habe wegen derartigen Verstößen bereits etliche Bußgeldverfahren eingeleitet.

Die detaillierten Ergebnisse der Untersuchung der Vertragsinhalte der Internet-Provider finden Sie hier im PDF-Format. Diese Auswertung ist wirklich lesenswert, weil sie die Vertragsbedingungen und Aussagen der einzelnen Provider genau miteinander vergleicht! Nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie die Studie.

Die eigentliche Studie zur Qualität der Breitbandverbindungen finden Sie hier. Sie liegt ebenfalls als PDF vor und verdient genauso Beachtung.

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