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LTE macht HD-Videokonferenzen mobil

28.06.2009 | 14:22 Uhr |

Die mobilkom austria hat, in Zusammenarbeit mit Ericsson die Möglichkeiten der nächsten Mobilfunk-Generation LTE demonstriert, die anfänglich bis zu 173 Megabit pro Sekunde (Mbps) Downlink-Rate verspricht. Das umfasste neben dem Beispiel einer drahtlosen HD-Videokonferenz auch die Anwendung mit einem mobilen Endgerät.

Für Kunden wird zunächst noch auf HSPA+ gesetzt, doch wenn die Zeit für LTE reif ist, steht einem operativen Start wenig im Wege. "Dieser Betreiber ist gut auf das Upgrade vorbereitet", meint Mikael Bäck, Vice President Product and Portfolio Management bei Ericsson, gegenüber pressetext.

Demonstriert wurden zunächst HSPA+, das in verkehrsintensiven Bereichen des mobilkom-austria-Netzes aktuell bis zu 21 Mbps Download-Geschwindigkeit bietet. Am Beispiel Online-Gaming zeigt sich, dass schon die 3.5G-Technologie für Anwendungen, die geringe Latenzzeiten erfordern, gut geeignet ist. Ebenso reaktiv, aber noch schneller, wird LTE. Das ist nicht nur für Entertainment-Anwendungen wie HD-Video-Streams interessant. Da LTE auch deutlich höhere Uplink-Raten bietet, werden Anwendungen mit hohem bidirektionalem Datenfluss wie HD-Videokonferenzen über Mobilfunk problemlos möglich, wo HSPA+ mit derzeit 5,7 Mbps noch an seine Grenzen stößt. Um die theoretisch möglichen Geschwindigkeiten zu unterstreichen, wurde eine Ein-Gigabyte-Datei mit den vollen 173 Mbps Bandbreite übertragen, was rund eine Minute gedauert hat.

Für praktische Anwendungen reichen aber deutlich geringere Bandbreiten. So ist etwa von 25 Mbps von HD-Video-Livestreams auf Fernseher die Rede. Das mobile Endgerät "Berta", das in der Demonstration unter anderem als Modem für ein Notebook genutzt wurde, unterstützt empfängerseitig derzeit auch nur Übertragungsraten von 25 Mbps. Somit kann eine einzelne LTE-Sendestation auch wirklich einer größeren User-Zahl ein ungetrübtes Nutzererlebnis bieten. Dabei sind 173 Mbps im Downlink nur jene Übertragungsrate, mit der LTE anfangs in Betrieb gehen dürfte. "Aus unserer Sicht gibt es keinen Grund anzunehmen, dass LTE nicht langfristig ein Gigabit pro Sekunde erreichen wird", betont Bäck.

Während bereits fest steht, dass erste Betreiber bereits 2010 den kommerziellen LTE-Betrieb aufnehmen werden, legt man sich bei der mobilkom austria noch nicht genau fest. Man befasse sich intensiv mit Fragen rund um die Technologie, um sie dann anbieten zu können, wenn es auch wirklich sinnvoll wird. Als europäischer Vorreiter in Sachen HSPA+ setzt man jedenfalls auf den Ausbau dieser Technologie. "Wir haben unser Planziel für 2009 bereits jetzt erreicht", betont CTO Johann Pichler. Damit sei HSPA+ in besonders verkehrsintensiven Gebieten quer durch Österreich verfügbar. mobilkom-austria-Marketingleiter Reinhard Zuba betont, dass in diesem Jahr jedenfalls noch der Übergang zu 28 Mbps in manchen Regionen erfolgen wird und ein schnellerer Ausbau nicht auszuschließen sei. Was die langfristigen Perspektiven betrifft, spricht Bäck davon, dass sich Ericsson derzeit für Sendeanlagen stark mache, die einfach von UMTS und HSPA zu LTE aufgerüstet werden können. Die mobilkom austria sieht er für die Zukunft gerüstet, während für manche Betreiber der LTE-Umstieg deutlich aufwendiger ausfallen könnte. (pte)

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