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Google wegen Identitätsschutz angeklagt

22.08.2011 | 20:02 Uhr |

Der Suchmaschinen-Riese weigert sich, die Identitäten von drei brasilianischen Bloggern an die Behörden herauszugeben.

Während Google mit seinem Social Network Google+ gerade in der Kritik steht, da sich Nutzer nur mit ihrem richtigen Namen für den Dienst anmelden können, hält der Konzern den Identitätsschutz in einem aktuellen Fall in Brasilien hoch.

Im kleinen Städtchen Varzea Alegre in Nord-Brasilien wurde Google zu einer Geldstrafe verurteilt, da sich das Unternehmen geweigert hatte, die Identitäten von drei Bloggern preiszugeben. Der Bürgermeister der Kleinstadt hatte Google Brasilien vor wenigen Monaten aufgefordert, drei Blog-Einträge zu löschen, die ihn der Korruption bezichtigten. Um seinen Wunsch durchzusetzen, ging dieser sogar vor Gericht. Der Richter gab dem Bürgermeister recht und forderte von Google die Herausgabe der Autoren-Kontakte sowie die Schließung der entsprechenden Blogs.

Google berief sich auf das Recht zur freien Meinungsäußerung und verweigerte die Kontakt-Herausgabe sowie die Zahlung einer Strafe in Höhe von 3.100 US-Dollar. Diese Haltung führte heute zu einem erneuten Gerichtsurteil. Die Behörden fordern nun eine erneute Strafzahlung in Höhe von 3.100 US-Dollar und frieren bis zur Erfüllung der Forderung einen Teil des Google-Bankvermögens von rund 141.000 US-Dollar ein. Es bleibt abzuwarten, ob Google den Forderungen nachkommt oder sich auch weiterhin für die Rechte der Blogger in Brasilien einsetzen wird.

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