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Brandgefahr: Samsung-Webseite für Note-7-Umtausch

05.09.2016 | 12:55 Uhr |

Samsung ruft 2,5 Millionen Note 7 zurück, weil in mehreren Fällen der Akku während des Ladevorgangs explodiert ist. Deutsche Note-7-Besitzer können telefonisch und per Webformular den Umtausch beantragen.

Ab sofort können Note-7-Besitzer sich auch auf einer Webseite für den Umtausch registrieren lassen. Weltweit sollen über 2,5 Millionen Geräte ausgetauscht werden. Wie viele Note 7 in Deutschland umgetauscht werden müssen, ist unbekannt.

Samsung benötigt den vollständigen Namen, die Adresse, die Telefonnummer, unter der man tagsüber gut erreichbar ist, eine Mail-Adresse und die IMEI oder Seriennummer (kann über die Tastenkombination *#06# aus dem Galaxy Note 7 ermittelt werden) des betroffenen Note-7-Besitzers.

Außerdem bittet Samsung die Nutzer des Webformulars den Betreff der Mail mit der Zeichenfolge „N7N1“ zu beginnen. Samsung will dann in den nächsten Tagen weitere Informationen zum Ablauf des Austauschs des Galaxy Note 7 an die Kunden schicken.

Samsung hat auch eine Telefonnummer eingerichtet, unter der sich Note-7-Besitzer aus Deutschland für den Umtausch registrieren können: 06196 934 0 262 (Mo – Fr von 8 bis 21 Uhr und Sa von 9 bis 17 Uhr). Die vollständige Stellungnahme von Samsung zusammen mit dieser Telefonnummer finden Sie am Ende dieser Meldung (ganz nach unten scrollen).

Samsung hat offiziell eingeräumt, dass es Probleme in Zusammenhang mit dem Akku des Note 7 gefunden habe. Bis jetzt habe Samsung Kenntnis von 35 Vorfällen mit dem Note-7-Akku weltweit. Bis der Grund für die Akku-Probleme gefunden ist, stoppt Samsung die Auslieferung des Note 7 weltweit.

Pleite zum IFA-Start: In Deutschland verschob Samsung den für den 2.9., geplanten Verkaufsstart. Das teilte Samsung per Twitter mit. Einen neuen Termin für den Verkaufsstart des Note 7 in Deutschland nannte Samsung nicht. Einen größeren PR-Gau zum Start der IFA in Berlin kann man sich kaum vorstellen.

Kunden, die bereits ein Note 7 besitzen, sollen dieses in den nächsten Wochen gegen ein neues Note 7 austauschen können. Samsung will in zehn Ländern einen Rückruf starten. Samsung soll weltweit bereits 2,5 Millionen Geräte verkauft haben.

Auf Amazon wird das Note 7 nach wie vor angeboten und soll angeblich binnen weniger Tage lieferbar sein.

Hintergrund-Informationen

Samsung untersucht bei seinem neuen 5,7-Zoll-Phablet Samsung Note 7 einige Fälle, in denen das Note 7 Feuer gefangen haben soll. Dadurch verzögere sich zunächst die weitere Auslieferung des Note 7, wie US-Medien berichten. Die Aktie von Samsung Electronics verlor daraufhin an Wert.

Samsung vermied allerdings zunächst einen direkten Bezug zwischen den zunächst zwei Vorfällen und dem Auslieferungsstopp. Offiziell sprachen die Südkoreaner gegenüber Reuters von zusätzlichen Qualitätskontrollen als Grund für den Lieferstopp. Samsung habe deshalb die Auslieferung des Note 7 an die drei wichtigsten südkoreanischen Telekommunikationsunternehmen gestoppt. Ob und wie sich der Lieferstopp auch auf Kunden von außerhalb Südkoreas auswirken wird, sagte das Unternehmen zunächst nicht.

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Auswirkungen auf Deutschland

Nachdem Samsung sich gestern nicht dazu geäußert hatte, ob und wie auch Deutschland von dem Lieferstopp betroffen ist, fragten wir bei der Pressestelle von Samsung nach den konkreten Folgen für Deutschland. Die Antwort fiel sehr vage und unverbindlich aus: "Samsung legt größten Wert auf die Qualität seiner Produkte. Um für unsere Kunden das bestmögliche Nutzererlebnis sicherzustellen, führen wir derzeit zusätzliche, strenge Qualitätskontrollen durch. Dies kann in einigen Märkten zu Lieferverzögerungen des Galaxy Note 7 führen."

Ob Deutschland auch zu den "einigen Märkten" gehört, konnte uns Samsung bei der ersten Anfrage noch nicht sagen. Das hat sich mittlerweile geändert.

Spekulationen über Rückruf

Laut Reuters berichteten südkoreanische Medien ohne Angabe der Quellen, dass Samsung einen Rückruf der betroffenen Phablets plane und deren Akkus ersetzen wolle. Allerdings hat Samsung eigenen Angaben zufolge bereits mindestens 400.000 Note 7 allein in Südkorea ausgeliefert. Deren Besitzer dürften gespannt auf das Ergebnis der Überprüfung warten.

Die im Note 7 verbauten Akkus liefert das Schwesterunternehmen Samsung SDI Co Ltd. Dort will man nichts von Akku-Problemen gehört haben.

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In den beiden Fällen fingen die Note-7-Modelle angeblich Feuer während des Aufladevorgangs. Die Akkus explodierten. Verletzt wurde dadurch bisher niemand, wie südkoreanische Medien berichten. Samsung soll die beschädigten Smartphones von den Kunden eingesammelt haben und diese nun untersuchen. Für Außenstehende ist es derzeit aber nicht möglich, die Authentizität der Vorfälle und der in den sozialen Netzwerken kursierenden Fotos (wie das Bild zu dieser Meldung) zu überprüfen.

Wenn ein Smartphone während des Ladens des Akkus Feuer fängt, dann können drei Teile dafür verantwortlich sein: Das Smartphone, das Ladekabel oder der Netzstecker des Kabels. In Zusammenhang mit den beiden explodierten Note 7 ist in den sozialen Netzwerken davon die Rede, dass die Smartphones nicht mit den originalen Samsung-Ladekabeln, sondern mit separat erworbenen Micro-USB-auf-USB-C-Adaptern aufgeladen wurden.

Der Zeitpunkt des Lieferstopps ist denkbar ungünstig für Samsung. Das Note 7 verkaufte sich seit seinem Start am 19. August 2016 bisher sehr gut und sollte dem nächste Woche von Apple vermutlich vorgestellten iPhone 7 Plus Paroli bieten.

Deutschsprachige Stellungnahme von Samsung mit Telefonnummer für den Umtausch:

"Samsung legt größten Wert auf die Qualität seiner Produkte und wir nehmen jeden Bericht unserer Kunden zu Zwischenfällen sehr ernst. In Bezug auf aktuelle Fälle rund um das neue Galaxy Note 7 haben wir eine gründliche Untersuchung durchgeführt und Unstimmigkeiten bei den Akkuzellen entdeckt. Bis heute (Stand vom 1. September) wurden uns weltweit 35 Fälle gemeldet. Derzeit führen wir eine umfassende Analyse mit unseren Zulieferern durch, um möglicherweise betroffene Batterien, die bereits auf dem Markt sind, zu identifizieren. Da jedoch die Sicherheit unserer Kunden höchste Priorität hat, haben wir den Verkauf das Galaxy Note 7 vorerst gestoppt. Kunden, die ihr Galaxy Note 7 bereits erhalten haben, werden wir ihr Gerät in den kommenden Wochen selbstverständlich durch ein neues ersetzen.

Kunden können sich unter der Rufnummer 06196 934 0 262 (Mo – Fr von 8 bis 21 Uhr und Sa von 9 bis 17 Uhr) für den Austausch des Note 7 registrieren lassen. Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die dies im Markt verursacht. Diese Maßnahme ist jedoch notwendig, damit Samsung seinen Kunden auch weiterhin Produkte in der höchsten Qualität anbieten kann. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um den Austauschprozess so komfortabel wie möglich zu gestalten."

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