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Branchentreffen Live IT: Technologie abseits der Technik

21.09.2007 | 08:55 Uhr |

Zu einem bislang einmaligen IT-Event haben führende Unternehmen, darunter Microsoft, Hewlett-Packard und Acer, gestern, Donnerstag, in Wien geladen. Unter dem Motto "Live IT" präsentierten sich 27 IT-Hersteller geladenen Vertretern des IT- und Elektronikfachhandels. "Diese Veranstaltung ist in zwei Punkten einzigartig. Zum einen ist es das erste Mal, dass sich 27 Unternehmen über Wettbewerbsgrenzen hinweg gemeinsam präsentieren. Zweitens gibt es bei 'Live IT' keine Produktpräsentationen. Unser Ziel ist es, Kontakte zwischen den Fachhändlern und den Verantwortungsträgern in den Herstellerfirmen zu knüpfen", erklärt Thomas Hartl, Marketing-Leiter bei Acer Österreich, im Gespräch mit pressetext.

Gerade die IT-Branche wachse sehr rasch und ihre Kennzeichen seien steter Preisverfall und fallende Margen. Zudem laufe die Kommunikation mittlerweile hauptsächlich über E-Mails, Webportale und Newsletter, meint Christian Moser, Manager für Partner Development und Marketing bei Microsoft. "Daran sind wir auch selbst schuld, da wir als Unternehmen immer bestrebt sind, Arbeitsabläufe zu optimieren und Wege einzusparen", so Moser gegenüber pressetext. "Das wird nun mit Live IT geändert, denn wir bieten hier einen idealen Ort für den persönlichen Austausch und die Kontaktpflege und erweitern damit sinnvoll das bestehende Messe- und Ausstellungsangebot", ergänzt Veranstalter Arjun Ahluwalia von der Agentur Newton 21 http://www.newton21.at .

Die Veranstaltung richtete sich im Gegensatz zu vielen IT-Messen nicht an Endkonsumenten, sondern an Fachbesucher wie Reseller und Distributoren. "Es ist uns besonders wichtig, den Kontakt mit den Fachhändlern zu intensivieren", so Hartl. Denn auch in Zeiten des Internets informiert sich der Großteil der Konsumenten nach wie vor im Fachhandel. Zu diesem soll nun verstärkt Kontakt gehalten werden. Um den Messecharakter noch stärker von der Veranstaltung zu nehmen, verzichteten die Aussteller auf Folder und Geschenke. Stattdessen bekamen die Besucher einen USB-Stick, auf den sie sich bei jedem Stand alle relevanten Firmeninformationen herunterladen konnten. Die Veranstaltung sollte somit völlig papierlos über die Bühne gehen.

Dieses Thema griff auch der Zukunftsforscher Matthias Horx bei seinem Vortrag über die Evolution der Technologie mit Humor auf und sprach von der "Utopie des papierfreien Büros". "Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Büros sprach die IT-Branche davon, dass eines Tages im Büro kein Papier mehr benötigt wird. Dennoch wird zunehmend mehr gedruckt und die Druckerbranche lebt davon hervorragend", so Horx.

Vielen Zukunftsvisionen und Erfindungen ging es ebenso und wird es noch ähnlich ergehen, meint der Zukunftsforscher, der auf der Live IT die Anforderungen an künftige Technologien umriss. Essenziell sei, dass die Technologie dem Menschen nützt und bedingungslos funktioniert. So ist ein Navigationsgerät wertlos, wenn es den Benützer auf Wege schickt, die für sein Fahrzeug nicht passierbar sind. Zudem muss sich die Technik dem Menschen anpassen. Ein technisches Gerät muss so funktionieren, wie der User es benutzen will. "Dann ist ein Produkt erfolgreich", sagt Horx. Stimmt diese Abstimmung nicht, wird es sich nicht durchsetzen und vom Markt verschwinden. "Aber auch das Sterben von Technologie gehört zum Fortschritt dazu", ergänzt der Forscher. ( Computerwoche )

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