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Branche kritisiert Roaming-Pläne der EU

10.07.2006 | 10:03 Uhr |

BITKOM: EU-Pläne zum Roaming sind nicht durchdacht.

Die Mobilfunk-Branche hält laut BITKOM Teile der EU-Pläne für Handy-Gespräche im Ausland für nicht tragbar. Auf massiven Widerstand stößt nach Angaben des Verbandes bei Markt-Experten vor allem die Forderung, dass ankommende Gespräche in fremden Ländern künftig gratis sein sollen. "Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Dienstleistung, die Geld wert ist", kritisiert der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) in einer Stellungnahme. BITKOM verweist darauf, dass den Netzbetreibern für die Weiterleitung zusätzliche Kosten anfallen.

Die zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding hat das Gebühren-Verbot in den Entwurf einer EU-Verordnung geschrieben. Sie soll bald verabschiedet werden, ist aber auch innerhalb der Brüsseler Kommission umstritten. Die Industrie- und Handelskommissare, Günter Verheugen und Peter Mandelson, haben laut Bundesverband die Reding-Pläne als wettbewerbsfeindlich bezeichnet. BITKOM befürchtet, dass ein Verbot der Weiterleitungsgebühren am Ende den Telefon-Kunden schadet: "Es würde die Anbieter zwingen, Inlands-Gespräche zu verteuern, um darüber die Weiterleitung ins Ausland quer zu finanzieren." Eine zweite mögliche Reaktion wäre, die Erreichbarkeit im Ausland einzuschränken - doch das hält BITKOM für nicht marktgerecht, weil immer mehr Kunden weltweit telefonieren wollen.

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