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07.05.2012, 17:02

Denise Bergert

Branche

Macht Googles Android Verluste?

©Google

Google hat sich bislang über die Finanzen seines mobilen Betriebssystems Android in Schweigen gehüllt. Im Rechtsstreit mit Oracle muss der Suchmaschinen-Riese nun Einblicke gewähren – mit überraschenden Ergebnissen.
Oracle führt derzeit einen Rechtsstreit mit Suchmaschinen-Riese Google. Der Grund: Google verletze mit seinem Android-OS angeblich mehrere Java-Patente. Damit Richter William Alsup abschätzen kann, welche Schäden Oracle durch diese Verletzungen entstanden sind, muss Google nun seine Finanzen offenlegen. Diese Tatsache ist vor allem für Branchen-Kenner interessant, da sich der US-Konzern bezüglich der Android-Rentabilität bislang in Schweigen hüllte.

Die Offenlegung selbst birgt zudem einige Überraschungen. So geht aus mehreren, dem Gericht vorliegenden Google-Dokumenten hervor, dass Android in allen vier Quartalen 2010 Verluste eingefahren hat – auf das gesamte Jahr gesehen, sogar einen „großen Verlust“. Die Umsätze lagen im ersten Quartal 2010 bei 97,7 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 74,8 Millionen Euro).
Googles Finanzen sind für das Gerichtsurteil sehr wichtig, da der Richter je nach Einnahmen entscheiden muss, welche Schadenersatz-Summen Oracle für die Patentrechtsverletzungen einklagen kann. Android scheint zudem nur 2010 Verlust gemacht zu haben. Laut zwei Jahre alten Google-Dokumenten erwartete der Konzern für 2011 bereits Gewinne in Höhe von 64 Millionen US-Dollar. 2012 sind es 248 Millionen US-Dollar, die sich im darauffolgenden Jahr auf 548 US-Dollar nahezu verdoppeln sollten. Ob Googles Prognose für das vergangene Jahr zutreffend war, ist allerdings unklar.
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