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Burda-Tochter Tomorrow Focus will Schulden abbauen

23.08.2008 | 14:53 Uhr |

Noch knapp drei Jahre müssen die Aktionäre der Burda-Internet-Tochter Tomorrow Focus auf ihre Dividende warten. „Für 2008 und 2009 ist keine Ausschüttung geplant. Stattdessen werden wir bis Ende 2009 unsere Bankverbindlichkeiten deutlich reduzieren“, bestätigte Vorstandschef Stefan Winners gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Zwar werde Tomorrow Focus den Umsatz in den kommenden Jahren im zweistelligen Prozentbereich steigern und auch hohe Renditen einfachen, zunächst müssten jedoch die Verbindlichkeiten aus den Übernahmen der vergangenen Jahre abgebaut werden. Die Schulden des Unternehmens lagen Ende Juni bei 80 Millionen Euro. Rund 60 Millionen Euro hatte die Tochtergesellschaft allein im vergangenen Jahr in Zukäufe investiert, darunter das Schweizer Reiseportal HolidayCheck AG und die Online-Partnervermittlung Elite Partner . 2008 seien zwar erst rund 5 Millionen Euro in neue Beteiligungen geflossen, bis Jahresende seien aber nochmals 5 bis 10 Millionen Euro für Übernahmen eingeplant. „Wir wollen bis Jahresende noch zwei Zukäufe im Vermarktungsbereich machen“, erklärte Winners. Die verbleibenden 20 Prozent an Holiday Check will Tomorrow Focus 2009 übernehmen.

Sein Geld verdiene das Unternehmen derzeit überwiegend mit provisions- und gebührenfinanzierten Plattformen wie HolidayCheck, Elite Partner oder dem „ Playboy “, sagte Winners. „Ohne den Bereich E-Commerce wäre Tomorrow Focus an der Börse nicht überlebensfähig.“ Das klassische Geschäft mit werbefinanzierten Webseiten gerate dagegen immer weiter unter Druck. Eine rasant wachsende Zahl an Anbietern kämpfe dort um die Werbebudgets der Unternehmen. Im kommenden Jahr erwartet er angesichts der abkühlenden Konjunktur und einer drohenden Rezession eine massive Konsolidierungswelle am Markt. „Ich rechne damit, dass in den nächsten zwei Jahren mindestens die Hälfte der Start-Up-Internetunternehmen, die ausschließlich auf Werbung setzen, verschwinden wird.“

Auf eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr verzichtete Winners. „Ob wir beim EBITDA über den Analystenschätzungen herauskommen, hängt davon ab, ob das werbefinanzierte Portalgeschäft im vierten Quartal deutlich zulegt gegenüber dem Vorjahr oder nicht.“ Analysten rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatz von rund 83 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand bewege sich das Unternehmen im Rahmen dieser Vorhersage.

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