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Razzien gegen Online-Kriminelle

26.11.2009 | 15:18 Uhr |

Das Bundeskriminalamt und die Polizeibehörden der Länder haben in dieser Woche bundesweit 46 Wohnungen verdächtiger Personen durchsucht. Mehrere des Computer-Betrugs Verdächtige wurden festgenommen.

In einer konzertierten Aktion seltenen Ausmaßes haben in dieser Woche das Bundeskriminalamt (BKA) und die Länderpolizeien im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bonn 46 Wohnungen im gesamten Bundesgebiet sowie vier weitere Objekte in Österreich durchsucht. Der Schlag galt einer Gruppe von mutmaßlichen Online-Kriminellen, die ein Botnet und ein Web-Forum für den Austausch untereinander betrieben haben sollen.

Etwa 200 Polizeibeamte haben nach mehr als einem Jahr der Ermittlungen Wohn- und Arbeitsräume von 50 Personen im Alter zwischen 15 und 26 Jahren durchsucht. Dabei haben sie etliche Computer und Datenträger beschlagnahmt sowie Diebesgut sicher gestellt. Drei Verdächtige wurden vorläufig festgenommen, ein Österreicher sitzt nun in Untersuchungshaft. Er soll Betreiber eines 100.000 Rechner umfassenden Botnet sowie Administrator des Forum gewesen sein.

Die Gruppe nannte sich nach Angaben des BKA "Elite-Crew". Damit dürfte die "1337 crew" gemeint sein, die noch vor einem Jahr in Spam-Mails für ihr Forum geworben hatte ("Das beste Phisher und Hacker Forum aller Zeiten!"). In dem Forum wurden recht offen Tipps für Online-Betrug aller Art gegeben. Angeblich soll es über 14.000 Mitglieder gehabt haben.

Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes, sieht die Aktion als einen ersten bedeutsamen Schlag gegen die deutschsprachige "Underground Economy" und erwartet daraus weitere Erkenntnisse über begangene Straftaten. Die vermeintliche Anonymität im Internet schütze nicht vor Strafverfolgung.

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