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Bosch profitiert vom Boom moderner Sicherheits-Assistenten

15.05.2013 | 11:52 Uhr |

Moderne Sicherheits-Assistenzsysteme können Unfälle verhindern oder zumindest deren Schwere reduzieren. Mittlerweile haben die digitalen Lebensretter auch die Kompaktklasse erreicht. Davon profitieren Unternehmen wie Bosch, das viele Sensoren für Sicherheits-Assistenzsysteme liefert.

Notbremsassistent beziehungsweise Adaptive Cruise Control (ACC, BMW-Bezeichnung: Auffahrwarnung mit Anbremsfunktion, Lane Assist (Spurhalteassistent, BMW: Spurverlassenswarner), Side Assist (Spurwechselassistent, BMW: Spurwechselwarner) stehen auf dem Wunschzettel viele Neuwagenkäufer. Zumal diese lebensrettenden Helfer in immer günstigeren Fahrzeugen verkauft werden. Denn mittlerweile sind Notbremsassistenten, Spurhalter und Spurwechsler auch in der Kompaktklasse angekommen. Der VW Golf VII dürfte derzeit mit das preiswerteste Fahrzeug sein, für das diese Sicherheits-Assistenten gegen Aufpreis erhältlich sind.

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Damit die Sicherheitsassistenten funktionieren können, brauchen Sie Umgebungsdaten. Diese liefern Kameras und Laser, die in den Fahrzeugen verbaut werden. Beispielsweise gibt es Kameras in den Außenspiegeln und mittig hinter der Windschutzscheibe sowie seitlich im vorderen Stoßfänger. Außerdem gibt es auch noch eine Rückfahrkamera. Der Laser für die Abstandsmessung befindet sich je nach Hersteller im Kühlergrill oder im Frontspoiler.

Zwischen 2011 und 2012 hat sich die Zahl dieser weltweit verkauften Umfeld-Sensoren mehr als verdoppelt, wie Bosch heute nun mitgeteilt hat. Denn Bosch profitiert ganz besonders von der steigenden Nachfrage nach modernen Sicherheitsassistenten, liefert das Unternehmen doch die Kameras und Laser (beispielsweise für den aktuellen Golf VII) und teilweise auch die kompletten Assistenzsysteme.

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Beispielsweise den Notbremsassistenten. Er erkennt, wenn sich der Abstand zum voraus fahrenden PKW deutlich reduziert. Und  warnt mehrstufig den Fahrer. Zunächst ertönt ein Piepton, reagiert der Fahrer nicht, folgt ein kurzer Bremsimpuls, danach eine automatische Teilbremsung. Reicht das nicht, um den Unfall zu vermeiden, dann startet der Notbremsassistent eine vollautomatische Vollbremsung, die im Idealfall einen Auffahrunfall ganz vermeidet. Oder zumindest dessen Folgen deutlich reduziert.
 
Anhand der Sensordaten kann die Bremskraft exakt an die jeweilige Gefahr angepasst werden. Die einzige Ausnahme zum mehrstufigen System: Bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h greift die Bremse sofort zu. Dadurch lassen sich ärgerliche Auffahrunfälle in der Stadt oder beim Stop-and-Go auf der Autobahn vermeiden.
 
Beim Adaptive Cruise Control von Bosch stellt der Fahrer die Geschwindigkeit des Tempomats ein. Das Auto hält diese nicht nur, sondern bremst und beschleunigt von alleine – selbst bis in den Stand. Ist ein Automatikgetriebe an Bord, fährt das Auto bei kurzen Stopps ganz von allein sogar wieder an. Nur lenken muss der Autofahrer noch selbst. Möglich macht dies alles der bereits erwähnte Radarsensor, der den Abstand und die Geschwindigkeit vorausfahrender Fahrzeuge sehr exakt erfasst.
 
Ein weiterer zentraler Informationslieferant ist die sogenannte Multi-Purpose-Kamera. Sie filmt das Vorfeld des Fahrzeugs mit einer Reichweite von bis zu 120 Metern. Programme werten die Bilderflut aus und erkennen beispielsweise Fahrbahnmarkierungen, die für einen Spurhalteassistent wichtig sind. Nähert sich das Fahrzeug der Seitenlinie, kann es automatisch mittels sanfter Lenkkorrekturen zurück in die Mitte geführt werden. Auch eine Verkehrszeichenerkennung nutzt die Daten des Videosensors. Im Abgleich mit den Informationen der Navigation lassen sich so Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote anzeigen. Auch der Fernlichtassistent und die dynamische Lichtsteuerung verwenden die Daten der Bosch-Videokamera. Sie ist die Basis für bestmögliche Sicht, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

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