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Arbeitslosenzahl sinkt unter 3 Millionen

07.10.2008 | 10:14 Uhr |

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland wird im Oktober 2008 erstmals seit 1992 wieder unter drei Millionen sinken. Den Berechnungen zufolge wird die Arbeitslosigkeit in Westdeutschland weniger als zwei Millionen betragen, in Ostdeutschland gibt es weniger als 1 Million Menschen ohne Arbeit.

Im Verlauf des Monats Oktober 2008 dürfte die Arbeitslosigkeit bundesweit auf 2,87 Millionen zurückgehen. Erstmals seit mehr als 30 Jahren ist es in zudem gelungen, die sogenannte Sockelarbeitslosigkeit zu senken. Davor hatte es seit 1970 kein Wirtschaftsaufschwung mehr vermocht, die Arbeitslosigkeit unter das Niveau in der vorherigen Erholung zu drücken.

Bezogen auf den Jahresdurchschnitt ist die Arbeitslosigkeit seit 2005 um 1,4 Millionen zurückgegangen, so stark wie in keinem Aufschwung zuvor, wie das IZA (Institut zur Zukunft der Arbeit) meldet. Seit 2005 wurden mehr als 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtige Jobs geschaffen. Besonders bemerkenswert angesichts des Trends der letzten Jahre zu eher jüngeren Mitarbeitern: Mehr ältere Menschen schafften den Einstieg in Arbeit. In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen ist der Anteil der Erwerbstätigen seit Einführung der Hartz-Reformen im Jahr 2003 von damals 39 Prozent auf heute 52 Prozent gestiegen.

Interessant: Vieles spricht dafür, dass Binnenfaktoren eine ausschlaggebende Rolle für die gegenwärtige Entwicklung spielen. Dazu zählt sich die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre ebenso wie die teilweise harten Sanierungsmaßnahmen der Unternehmen. Die gestiegene Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen schlägt sich unter anderem in einem deutlichen Vorteil bei den Lohnstückkosten nieder. Noch vor wenigen Jahren war Deutschland internationaler Spitzenreiter bei den Arbeitskosten. Während es jedoch hierzulande gelungen ist, die Lohnstückkosten seit über 10 Jahren praktisch konstant zu halten, sind die Lohnstückkosten in den wichtigsten Vergleichsländern deutlich gestiegen. Darüber hinaus ist die günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt zu einem nicht unerheblichen Teil den Arbeitsmarktreformen der Jahre 2002-2005 zuzuschreiben.

Warnzeichen: Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die Erholung am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr verlangsamt. Spätestens zum Jahresende dürfte die Arbeitslosigkeit deshalb saisonbedingt die 3-Millionen-Marke wieder überschreiten, wie die IZA warnt. Als Grund hierfür wird in erster Linie das globale konjunkturelle Umfeld angeführt. Die USA fallen als Antriebskraft der Weltkonjunktur auf Grund der Finanzmarktkrise derzeit aus. Zudem tragen immensen Preissteigerungen bei Rohstoffen und insbesondere beim Erdöl zu der Eintrübung der Konjunkturaussichten bei.

Diese Zahlen beruhen auf Berechnungen der privaten Wirtschaftsforschungseinrichtung "Institut zur Zukunft der Arbeit " (IZA). Die vollständige Studie können Sie unter diesem Link als PDF kostenlos und ohne Registrierungszwang lesen.

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