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Online-Gamer weiterhin Zielscheibe von Malware

24.01.2008 | 16:13 Uhr |

Nach Untersuchungen eines Antivirus-Herstellers sind Nutzer von Online-Spielen immer noch Ziel von Angriffen der Online-Kriminalität. Vermeintliche Cheats und Patches in Tauschbörsen enthalten oft Malware.

Eine aktuelle Untersuchung des Bochumer Antivirus-Anbieters G Data belegt, dass sich Online-Kriminelle auf die Gamer-Fraktion eingeschossen haben. Sicherheitsfachleute von G Data haben 1000 Dateien überprüft, die aus P2P-Tauschbörsen stammen. Dabei handelt es sich um Patches, Wallhacks und Cheats für Online-Spiele - jedenfalls vorgeblich. Mehr als die Hälfte der untersuchten Dateien enthalten jedoch Malware.

Anhand der Top 30 der GfK-Spiele-Charts haben die Malware-Spezialisten von G Data 1000 Dateien aus P2P-Tauschbörsen herunter geladen und auf Schädlinge überprüft. Dabei haben sie in 528 Dateien Malware entdeckt, das sind 53 Prozent. Bei den verseuchten Dateien entfallen allein 30 Prozent auf "P2P-Worm.Win32.P2PAdware.a".

Die PCs von Online-Spieler sind ein lohnendes Ziel für kriminelle Angriffe. Die Rechner sind überdurchschnittlich gut ausgestattet, lange Zeit ohne Unterbrechung online und oft sind Antivirus und Personal Firewall abgeschaltet. Zudem werden oft Ports im DSL-Router geöffnet und bieten eine Zugriffsmöglichkeit auf den Computer. Für die Verbreitung ihrer Schädlinge setzen die Malware-Programmierer auf P2P-Netze, in denen die Malware länger überlebt als auf offen zugänglichen Websites.

Der Schwarzmarkt für gestohlene Anmeldedaten und virtuelle Güter aus Online-Spielen boomt. Solche Daten sind mittlerweile doppelt so viel wert wie gestohlene Kreditkartendaten. Die Zahl der Schädlinge, die auf Online-Spiele spezialisiert sind, übertrifft inzwischen die von Trojanischen Pferden für das Online-Banking - bei weiter steigender Tendenz.

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