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Interaktives Plakat reagiert auf Berührung

15.10.2008 | 12:55 Uhr |

Das südkoreanische Electronics and Telecommunications Research Institute hat ein Plakatwerbesystem zum Patent angemeldet, das einem Menschen personalisierte Werbung liefert, sobald dieser die Anzeigetafel berührt.

Die notwendigen Informationen hierfür stammen beispielsweise aus dem Mobiltelefon und werden mithilfe von Radiowellen über den menschlichen Körper übertragen. Das hierbei eingesetzte Übertragungskonzept ist unter dem Namen "Body Area Network" (BAN) bekannt und nutzt als Übertragungsmedium die menschliche Haut.

Body Area Networks sind aus der Telemedizin bekannt. Die Technik wird hier verwendet, um Daten wie Blutdruck, Puls oder EKG an medizinische Systeme zu übertragen. Darüber hinaus können zudem Statusmeldungen von Implantaten ausgelesen werden. Die dabei verwendete Frequenz ist auf den menschlichen Körper abgestimmt. Durch die sehr geringe Sendeleistung ist auch die Reichweite auf den körpernahen Bereich begrenzt. Dies dient vor allem im medizinischen Bereich allein schon dem Schutz privater Daten. Obwohl die Technologie bereits seit Mitte der 90er-Jahre erforscht wird, gibt es abseits der Medizin noch keine kommerziellen Anwendungen.

Die koreanischen Forscher verwenden den Körper nun als Medium, über das eine Datenquelle (beispielsweise das Handy) mit einem Datenempfänger verbunden wird, der hierbei das Werbeplakat ist. Das Mobiltelefon stellt in diesem Fall Informationen zu persönlichen Interessen, Aktivitäten oder Orten, die man kürzlich besucht hat, zur Verfügung. Das Anzeigensystem liefert schließlich auf Basis dieses Profils passende Werbung. Jedoch ist auch die umgekehrte Nutzung angedacht, sodass Prospekte oder andere Informationsmaterialien mithilfe einer Berührung der Werbetafel direkt auf das Mobiltelefon heruntergeladen werden können.

Um Menschen dazu zu bringen, die Privat-Werbung auch tatsächlich zu nutzen, wollen die Entwickler ihren Nutzern einige Anreize bieten. Hier sind Gutscheine ebenso denkbar wie Gratisdownloads von Musik oder Videos. Genutzt soll diese interaktive Werbung beispielsweise an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs werden. Während man auf den Bus oder den Zug wartet, können sich die Nutzer mit den interaktiven Werbetafeln beschäftigen. (pte)

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