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Nokia-Beschäftige mit Sozialplan zufrieden

10.04.2008 | 10:07 Uhr |

Die Belegschaft des Bochumer Nokia-Werks hat die Eckpunkte des Sozialplans positiv aufgenommen. Es sei ein Sozialplan, der in Deutschland seinesgleichen suche, er hat ein Volumen von 200 Millionen Euro. Davon werden 185 Millionen Euro für Abfindungen aufgewendet. Für die deutsche Wirtschaft könnte das Ergebnis allerdings negative Folgen haben.

Die Belegschaft des kurz vor der Schließung stehenden Bochumer Nokia-Werks hat die am Dienstag vereinbarten Eckpunkte des Sozialplans positiv aufgenommen. Es sei ein Sozialplan, der in Deutschland seinesgleichen suche, sagte der stellvertretende Betriebsratschef Silvano Guidone am Mittwoch. Die Erwartungen seien sehr hoch gewesen, doch sehe die Realität nun auch sehr gut aus. "Die Kollegen wissen das zu würdigen", sagte Guidone, nachdem der Betriebsrat die Belegschaft über die Eckpunkte des Sozialplans informiert hatte.

Das Volumen beträgt 200 Millionen Euro. 185 Millionen Euro entfallen auf Abfindungen für die knapp 2.300 Beschäftigten. Jeder Mitarbeiter erhält damit durchschnittlich rund 80.000 Euro. Es soll eine Höchstgrenze geben. Die restlichen 15 Millionen sollen für eine Transfergesellschaft verwendet werden. Das Werk wird am 30. Juni 2008 offiziell geschlossen, die ersten Beschäftigten sollen vom 1. Mai an freigestellt werden. 300 Mitarbeiter werden von zwei anderen Firmen übernommen.

Arbeitgebernahe Ökonomen halten die Höhe des Sozialplan-Volumens im Fall der Werksschließung für problematisch. "Für einen ausländischen Investor ist es ein fatales Signal, dass eine Werksschließung ein extrem teures Unterfangen ist", sagte der Tarifexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Hagen Lesch. So wünschenswert es für die Beschäftigten sei, so sehr könne dies zu einem Problem für den Standort Deutschland werden.

Nach Angaben der Nokia-Betriebsratsvorsitzenden Gisela Achenbach soll die genaue Verteilung der Abfindungen in den nächsten 14 Tagen geklärt werden. Die Höhe bestimme sich unter anderem nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit, dem Lebensalter und der Gehaltsstufe. Welche Transfergesellschaft die Beschäftigten aufnehme, müsse noch geklärt werden. Es werde eine Ausschreibung geben. Jeder Beschäftigte kann nach seiner Kündigung für zwölf Monate in der Gesellschaft bleiben.

Laut Nokia-Betriebsrätin Tina Hetfeld ist die Transfergesellschaft für die unteren Lohngruppen wichtig. "Die haben natürlich die schlechtesten Perspektiven", sagte Hetfeld dem Radiosender WDR 5. Zunächst sollen die Fähigkeiten der Mitarbeiter ermittelt werden. Entsprechend solle es dann Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen geben, damit diese Beschäftigten "noch wenigstens eine kleine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben", sagte Hetfeld.

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