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Bluetooth SIG kritisiert iPhone

15.07.2007 | 14:17 Uhr |

Mike Foley, Chef der Bluetooth Special Interest Group, kritisiert den Funk-Standard des iPhones von Apple. Käufer werden demnach zum Kauf von Zusatzgeräten gezwungen.

Bluetooth ist in den letzten Jahren zu einem der populärsten Drahtlos-Funk-Standards geworden. Gerade im Bereich der kabellosen Übertragung von Daten über kurze Distanzen konnte sich der Standard besonders gut etablieren. Um die Weiterentwicklung und die dafür notwendige breite Unterstützung von Drittherstellern kümmert sich die Bluetooth Interest Group ( SIG ). Im Gegensatz zu Apples iPod verfügt das neuartige Telefon des Herstellers zwar über eine Bluetooth-Schnittstelle, trotzdem biete der integrierte Standard Grund zur Kritik. Mike Foley, Chef der SIG, vermisst mit A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) ein entscheidendes Detail bei Apples Mobiltelefon.

Bei A2DP handelt es sich um eine Funktechnik, mit der Stereo-Audio-Signale drahtlos via Bluetooth an entsprechende Empfangsgeräte gesendet werden können. Die Gründe für Apples Vorgehensweise sieht Foley entweder in dem für das Streamen mit A2DP notwendigen SBC-Codecs oder aber in der Bevorzugung einer proprietären Lösung. So könne das iPhone nicht mit anderen Bluetooth-Empfängern kommunizieren, die nur SBC beherrschen. Er unterstellt Apple damit, dass der Konzern kein Interesse daran hätte, dass sein iPhone mit jedem beliebigen Bluetooth-fähigen Kopfhörer oder jeder Stereoanlage funktionieren könne. Durch proprietäre Lösungen versuche Apple somit, Lizenzen an die Zubehörindustrie zu verkaufen.

Würde Apple hingegen auf die Verwendung von A2DP setzen, könnten iPhone Besitzer jedes beliebige Bluetooth-Gerät einsetzen: „Für Apple ist es unter dem Strich natürlich besser, eine eigene Lösung einzusetzen. So kann ein eigenes System für drahtlose Zusatzgeräte rund um das iPhone aufgebaut und über Lizenzen kontrolliert werden", kommentiert Foley in seinem Weblog.

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