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WLAN als Datenbeschleuniger für Nahfunk

15.02.2008 | 08:55 Uhr |

Die Bluetooth SIG hat eine Zwischenlösung vorgestellt, um dem lahmenden Nahfunkstandard bis zum Release von Bluetooth 3.0 Beine zu machen. Für die Übertragung großer Datenmengen soll die WLAN-Technik genutzt werden, die in immer mehr mobilen Geräten genutzt wird und deutlich höhere Übertragungsraten erlaubt.

Bluetooth hat sich als Standard durchgesetzt, wenn Daten drahtlos zwischen mobilen Geräten übertragen werden sollen. Er ist stromsparend, sicher und einfach zu bedienen. Doch die Übertragungsraten hinken mit 1 bis 3 MBit/s den Datengrößen der mittlerweile auf Handys, Mediaplayern oder Navigationsgeräten zu findenden Fotos, Videos und Musikalben deutlich hinterher. Die Bluetooth SIG (Spechial Interest Group) ist sich dieses Problems bewusst und arbeitet an einer Lösung. Doch bis Bluetooth 3.0 mit UWB (Ultra Wide Band) und Übertragungsraten von bis zu 480 Mbit/s serienreif ist, werden noch einige Monate ins Land gehen.

Bis dahin soll eine Zwischenlösung dem Übertragungsstandard das Sprinten beibringen. Alternate MAC/PHY heißt die Technologie, die nach Vorstellung der SIG Übertragungsraten von bis zu 300 Mbit/s erlauben könnte. Sie soll es Bluetooth erlauben, die in Handys mittlerweile häufig verbaute WLAN-Schnittstelle zu nutzen. Michael Foley, Executive Director der Bluetooth SIG, beschreibt es als "technologisches Equivalent zur tiefhängenden Frucht". Sowohl WLAN als auch Bluetooth nutzen das unlizenzierte 2,4 Ghz-Band und beide Technologien sind relativ ähnlich. Eine Erweiterung des Nahfunk-Standards dürfte also vergleichsweise einfach sein.

Verbindungen zwischen zwei Geräten werden wie gewöhnlich via Bluetooth hergestellt. Sollen dann große Datenmengen übertragen werden, wird auf WLAN umgeschaltet, um die Informationen schneller zu versenden. Ist die Datenübertragung beendet, springt die Verbindung wieder auf das Bluetooth-Funkmodul zurück. Die Spezifikationen für die WLAN-Standards 802.11 a/b/g werden derzeit festgelegt, die Möglichkeiten, auch den Standard 802.11 n zu nutzen, sollen in Zukunft ebenfalls ausgelotet werden.

Einen Fehler hat die Lösung jedoch. Sie ist nicht abwärtskompatibel. Um den Datenturbo nutzen zu könnnen, müssen beide Geräte über die Bluetooth-Erweiterung Alternate MAC/PHY und einen WLAN-Empfänger verfügen. Während sich das Bluetooth-Protokoll über ein Software-Update einspielen lässt, kann ein WLAN-Chip nicht so einfach nachgerüstet werden. Und kurze Zeit später erfordert Bluetooth 3.0 mit UWB wiederum neue Bauteile.

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